Willy Messerschmitt

Unser großer deutscher Flugzeugbauer Willy Messerschmitt hat heute Geburtstag und da muß der ein oder andere Schädel Met geleert werden. Das Licht der Welt erblickte er 1898 in Frankfurt am Main, studierte von 1918 bis 1923 Ingenieurswissenschaften an der Technischen Universität München und war fortan als Flugzeugbauer am Werk. Seine Me 109 ist mit 35,000 gebauten Fliegern eines der erfolgreichsten Jagdflugzeuge der Welt, was ein Blick auf die Liste unserer deutschen Fliegerasse zeigen sollte. Mit 5700 Exemplaren wurde seine Me 110 zwar deutlich weniger gebaut, bewährte sich aber nicht minder auf allerlei Aufgabenfeldern. Trotz gewaltiger Anlaufschwierigkeiten, bedingt durch groben Unfug von Seiten der Regierung, wurden immerhin noch 1400 Me 262 gebaut. In Gallands „Die Ersten und die Letzten“ tritt unser Feldmarschall Milch nun böse in ein Fettnäpfchen und löst damit schlimme Folgen für unser Me 262 aus:

„Diese meine Gesichtspunkte wurden von der Rüstung akzeptiert. Die Me 262 spielte in dieser Planung eine von Monat zu Monat bedeutendere Rolle. Bereits ein Vierteljahr nach Anlaufen des neuen Programms sollte ihre monatliche Fertigungszahl 1.000 Flugzeuge überschreiten. Hitler aber hatte diese Planung abgelehnt. Er verwarf den Gedanken einer planmäßigen Luftdefensive auch jetzt noch. War dies schon erschütternd genug, so erreichte die Geschichte des Düsenjägers ihren tragischen Höhepunkt, als Hitler anlässlich des Vortrages des Notprogramms im April 1944 auf die Me 262 zu sprechen kam. Nachdem der Stand der Erprobung und Fertigung erörtert worden war, fragte er überraschend, wie viele von den bisher fertiggestellten Flugzeugen Bomben tragen könnten. Milch, der wegen Differenzen mit Göring nicht dabei war, als Hitler in Insterburg seine Idee des „Blitzbombers“ entwickelt hatte, antwortete wahrheitsgemäß: „Keines, mein Führer, die Me 262 wird ausschließlich als Jagdflugzeug gebaut.“ Hitler schäumte vor Zorn. Offiziere aus seiner Umgebung erzählten mir später, sie hätten einen derartigen Temperamentsausbruch bisher bei ihm nur selten erlebt. Milch, Göring, die Luftwaffe in ihrer Gesamtheit wurden beschimpft und der Unzuverlässigkeit, des Ungehorsams und der Untreue geziehen. Milch wurde bald danach seines Postens enthoben. Hitlers Reaktion war deswegen so überraschend, weil keiner der seinerzeit in Insterburg Anwesenden die Blitzbomberidee für wesentlich mehr als den Einfall eines Laien, die kuriose Eingebung eines Augenblicks, gehalten hatte. Niemand, offenbar auch nicht Göring und Milch, der zumindest davon gehört haben musste, hatte sie ernst genommen. Das einzige, was unternommen worden war, bestand darin, dass vorgesehen wurde, anstelle des abwerfbaren Zusatzbehälters unter dem Rumpf der Me 262 wahlweise auch eine Bombe anzubringen. 120 Flugzeuge waren bisher ausgeliefert. Ein erheblicher Prozentsatz davon war bereits durch Luftangriffe am Boden oder durch Unfälle zerstört. Und keines war bisher so ausgerüstet, dass es „blitzbomben“ konnte. Die Auswirkungen des Führergewitters bekamen wir zu spüren, als wenige Stunden danach Milch, Bodenschatz, Messerschmitt, der Kommandeur der Erprobungsstellen, Saur und ich zum Reichsmarschall befohlen wurden. Er übermittelte uns die Befehle Hitlers in bezug auf die Umstellung und Nachrüstung der gesamten Serie Me 262 ausnahmslos auf die Bomberausführung. Um alle Verwechslungen zu vermeiden, dürfe in Zukunft von der Me 262 überhaupt nicht mehr als Jäger, auch nicht als Jagdbomber, sondern nur noch als „Schnellstbomber“ gesprochen werden! Man hätte genauso gut befehlen können, dass Pferd in Zukunft Kuh heißen solle. Hitler wolle, wie er schon in Insterburg betont habe, mit dem Schnellstbomber die Invasion abschlagen. Göring nach Wortprotokoll: „Dieser Einsatz kann nun einmal auf die englischen Küsten geschehen, indem man bei Einladungen hineinwirft, vor allen Dingen am Strande. Dann bei Ausladungen zwischen die Landungsboote, die an Land gebrachten Panzer usw. Ich stelle mir die Sache so vor: Die Maschine fliegt längs dem Strande und schmettert in diese Haufen, die zunächst als Wirrwarr dastehen, hinein. – So denkt sich der Führer den Einsatz, und in diesem Sinne ist er vorzubereiten.“

Werbeanzeigen

Karl XII. von Schweden

Im Jahre 1682 wurde Karl XII. in Stockholm geboren. Der große Schwedenkönig sah sich ab 1700 im Großen Nordischen Krieg einem Bündnis aus Dänemark, Sachsen, Polen und Rußland gegenüber. Die Übeltäter waren auf den wunderliches Einfall gekommen, die schwedischen Besitzungen im Ostseeraum erobern zu wollen. Aus den Jägern wurden aber bald Gejagte und so schlug Karl XII. einen Feind nach dem anderen. Dänemark mußte schon 1700 den Frieden von Traventhal unterschreiben. Die Russen wurden im selben Jahr bei Narwa geschlagen, ebenso wie die Sachsen und wiederum die Russen an der Düna. Die Polen wurden 1702 bei Klissow besiegt und in der Folge davon mußte August der Starke 1706 im Frieden von Altranstädt auf den polnischen Thron verzichten. Der anschließende Feldzug gegen Rußland scheiterte 1709 bei Poltawa, was noch kein Beinbruch hätte sein müssen. Aber Karl XII. vertrödelte daraufhin unsinniger Weise fünf Jahre in der Türkei. Wäre er sogleich nach Schweden zurückgekehrt, hätte er die Scharte wieder auswetzen können. Noch schlimmer machte es der Streit mit Preußen, um Pommern, der 1715 mit einer Niederlage für Schweden endete. 1718 fand Karl XII. den Schlachtentod unter den Mauern der Festung Frederikshald. Bei Friedrich dem Großen kämpfen nun die Schweden und Preußen um Stralsund: http://friedrich.uni-trier.de/de/volz/1/uc_p1/

„Europa sah nun einen König, der von zwei Königen in Person belagert wurde. Wer dieser König war? Karl XII. und hatte unter seinem Befehl 15,000 kriegsgewohnte Schweden, deren Begeisterung für das Heldentum ihres Fürsten bis zur Vergötterung ging. Außerdem kämpfte sein Ruhm und das allgemeine Vorurteil für ihn. Im Heer der Verbündeten prüfte der König von Preußen alle Pläne, entschied über die Operationen und bewog die Dänen, sich darein zu fügen. Der König von Dänemark, ein schlechter Soldat mit geringer Neigung zum Kriegswesen, war nur darum bei der Belagerung von Stralsund erschienen, weil er dort das Schauspiel von Karls XII. Demütigung zu genießen hoffte. Unter den beiden Königen stand der Fürst von Anhalt als die Seele aller militärischen Operationen. Er war ein Mann von heftigem und eigenwilligem Charakter, in seinen Unternehmungen lebhaft, aber einsichtsvoll. Zu heldenmütiger Tapferkeit gesellte sich bei ihm die Erfahrung aus Prinz Eugens besten Feldzügen. Er war rau von Sitten, von unbändigem Ehrgeiz, ein gründlicher Kenner der Belagerungskunst, ein glücklicher Kriegsmann und schlechter Bürger. Alles dessen, was Marius und Sulla taten, wäre auch er fähig gewesen, wenn das Schicksal sich ihm in seinem Ehrgeiz ebenso günstig erwiesen hätte wie jenen Römern. Die dänischen Heerführer dagegen waren Prahler, ihre Minister Pedanten. Das so zusammengesetzte Heer begann also die Belagerung von Stralsund. Die Stadt liegt am Strande der Ostsee. Die schwedische Flotte konnte sie daher mit Lebensmitteln, Munition und Truppen versorgen. Stralsund ist durch seine Lage sehr stark. Ein unwegsamer Sumpf schützt zwei Drittel seines Umkreises. Die einzige Seite, von der es zugänglich ist, wurde durch eine treffliche Verschanzung gesichert, die nördlich am Meeresufer begann und sich südlich bis zu dem Sumpf hinzog. In der Verschanzung lagen 12,000 Schweden, und Karl XII. stand an ihrer Spitze. Die große Anzahl der zu überwindenden Hindernisse nötigte die Belagerer, sie nach und nach hinwegzuräumen. Die erste Aufgabe war, die schwedische Flotte von der pommerschen Küste zu entfernen, um Karl XII. jegliche Unterstützung, die er aus Schweden erwarten konnte, zu rauben. Aber der König von Dänemark wollte das Geschwader, das er in jenen Gewässern hatte, keinem Kampf aussetzen. Diese Voraussetzung der Belagerung führte zu langwierigen Verhandlungen. So leicht es ist, einem scharfsichtigen Menschen die Notwendigkeit einer Sache mit guten Gründen zu beweisen, so schwierig, um nicht zu sagen unmöglich, ist es, einen beschränkten Geist zu überzeugen, der sich selbst nicht traut und Furcht hat, die anderen möchten ihn irreleiten. Der Einfluß des Königs von Preußen auf den Geist des Dänenkönigs zwang diesen doch endlich zum Nachgeben, und so ward er Augenzeuge des Sieges, den sein Admiral über das schwedische Geschwader davontrug. Beide Könige waren Zuschauer der Seeschlacht, die eine Meile von der Küste stattfand und das Meer für die Verbündeten frei machte. Darauf unternahmen die Preußen unter General Arnim eine Landung auf der Insel Usedom, verzagten die Schweden und eroberten das Fort Peenemünde mit der blanken Waffe. Als dies Hindernis beseitigt war, rüstete man sich zur Erstürmung der Schanzen. Zum Unglück für die Schweden fand sich ein preußischer Offizier, der den Angriff, die schwierigste und entscheidendste Aufgabe, bei der ganzen Belagerung, erleichterte. Der Offizier namens Gaudy, hatte zu der Zeit, da er auf der Stralsunder Schule den Unterricht genoß, oft in der Meerenge gebadet und erinnerte sich, daß sie in der Nähe der Verschanzung weder tief noch schlammig war. Um ganz sicher zu gehen, prüfte er nächtlicher weile nach. Er fand, daß man die Stelle durchwaten, die Verschanzung linker Hand umgehen und den Feind in der Flanke und im Rücken packen konnte. Der Plan wurde mit Erfolg durchgeführt. Die Schweden wurden bei Nacht angegriffen. Während ein Korps geradeaus auf die Verschanzung losmarschierte, zog ein anderes nahe am Ufer durchs Meer und stand in ihrem Lager, ehe sie dessen gewahr wurden. Durch die Überrumpelung, die bei allen nächtlichen Angriffen unausbleibliche Verwirrung, und vor allem durch das starke Korps, das ihnen in die Flanke fiel, wurden sie rasch in wilde Flucht getrieben. Sie verließen ihre Verschanzung und retteten sich in die Stadt. Karl XII. war in Verzweiflung, daß seine Truppen ihn im Stich ließen. Er wollte allein kämpfen. Seine Generale retteten ihn nur mit Mühe vor den nachsetzenden Belagerern. Alles, was nicht schleunigst Stralsund erreichte, ward getötet oder gefangen genommen. Mehr als 400 Mann fielen dabei in die Hände der Preußen.“

Konrad Zuse

„Wir sind die Roboter“ von Kraftwerk paßt ganz gut zum Geburtstag von Konrad Zuse. Denn ohne Computer gäbe es auch keine Roboter und den Computer hat nun einmal der Konrad Zuse erfunden. https://www.youtube.com/watch?v=5DBc5NpyEoo 1910 wurde er in Wilmersdorf geboren und stellte schon 1937 seine erste Rechenmaschine Z1 fertig, der 1940 die Z2 folgte und mit seiner Z3 hat er bereits 1941 den ersten echten Computer gebaut. Auf diesen folgte 1945 die Weiterentwicklung Z4 und 1946 die Programmiersprache Plankalkül. Praktische Anwendung fanden seine Computer schon im Sechsjährigen Krieg, wo sie unter anderem bei den Berechnungen zur Flügelvermessung im Flugzeugbau halfen. 1949 rief unser Zuse seine gleichnamige KG ins Leben, konnte aber – als echter Erfinder – nicht der kaufmännischen Dinge her werden und mußte sein Unternehmen 1964 veräußern. Im Privatleben hatte er mehr Glück und führte 1945 seine Herzensdame Gisela zum Traualtar. Fünf Kinder entstammen dieser Ehe. Vom Bau seiner Z1 läßt unser Erfinder nun seine Mitstreiter berichten:

„Andere, die nichts geben konnten, arbeiteten praktisch mit und halfen mir in meiner Werkstatt. All diese Helfer und Mitarbeiter der ersten Stunde haben ihren Teil zur Entwicklung des Computers beigetragen. Es waren Herbert Weber, Rolf Pollems, Günter Buttmann, Walther Buttmann, Andreas Grohmann, Roland Grohmann, Herbert Müller, Hans Müller, Kurt Mittrenga, A. Löchel, Eckstein und schließlich Helmut Schreyer, von dessen Arbeit noch ausführlich die Rede sein wird. In Karl-Heinz Czaudernas Buch über die Entstehung der Z38 haben einige von ihn später über diese Zeit berichtet: „Kuno, wie wir Studentenfreunde Konrad Zuse nannten, war ein vielseitig begabter junger Mann. Er zeichnete außergewöhnlich gekonnt, er mimte – schauspielerte – gekonnt. Er hatte Fantasie und technischen Erfindergeist, wie seine aus Blech und Winkelprofilen gebauten Automaten zeigten, z. B. der Mandarinen-Automat, der Geld kassierte und Mandarinen ausgab, manchmal allerdings mit der Ware auch das Geld wieder zurückgab. Eines Tages, er war gerade mit seinem Diplom fertig und arbeitete seit einigen Monaten als Statiker, erklärte er uns, einigen von seinen Freunden, daß er eine Universal-Rechenmaschine zu bauen beabsichtige. Er suchte Helfer. Ich hatte gerade, 20jährig, mein Vorexamen als Berg-Ingenieur hinter mir. Ich sagte zu. Im Sommer und Herbst 1936, vor allem aber im Sommer 1937, habe ich monatelang ganze Tage bei Zuse gearbeitet. Ich aß zu Mittag und Abend bei ihm, d. h. bei seiner Mutter. Er hatte sich in der väterlichen Wohnung in einem kleinen Zimmer, in der Methfesselstraße in Berlin, eine kleine Werkstatt eingerichtet und benutzte außerdem das große Wohnzimmer, aus dem er die Familie verbannt hatte, als Aufbauraum für die Maschine. Ein kleineres drittes Zimmer diente ihm und uns als Aufenthaltsraum während der kurzen Stunden der Entspannung. Oft spielten wir abends hier Schach. Hier war Zuse übrigens nicht der Stärkste. In langen Gesprächen während dieser Entspannungspausen versuchte er, mir die Notwendigkeit des Studiums der mathematischen Logik zu erklären… Meistens arbeitete nur einer von uns bei Zuse, äußerstenfalls einmal bastelten wir zu zweit… Sein Vater, bereits pensioniert als Postbeamter, ließ sich wieder für ein Jahr reaktivieren, seine Schwester steuerte ihr Gehalt hinzu. Denn außer Essen und Trinken für Kuno und uns, die Mitarbeiter, brauchte er ja auch manche kleine Summe für sein Material. Einige Freunde, die nicht mitarbeiteten, schickten ihm Geld. Darunter befand sich auch mein Bruder Roland, der gerade das Examen als Architekt bestanden hatte und als Referendar in Detmold arbeitete. Er schickte ihm einen Teil seines geringen Referendar-Einkommens. Fest glaubten wir alle an ihn und seine Erfindung. Wir wußten natürlich nicht genau, wie alles arbeiten sollte. Er hatte zwar versucht, mir z. B. die Vorzüge des Dual-Systems als Kommandosprache für die Maschine zu erklären. Natürlich verstand ich als mathematisch geschulter junger Mensch das Prinzip und das Vorhaben, ich war aber nicht in der Lage zu verstehen, wie z. B. das Speicherwerk seiner utopischen Maschine funktionieren sollte. Was war nun meine Aufgabe? Nun, in der Hauptsache habe ich die Blechrelais für die erste Maschine, die heute unter der Bezeichnung „Z1“ in die Geschichte eingegangen ist, gebastelt. Keine sehr einfache Aufgabe übrigens, denn von der Genauigkeit dieser Handarbeit hing das fehlerlose Arbeiten der Maschine ab. Meistens brauchte man mehrere Exemplare des gleichen Relais. Kuno zeichnete die Form exakt auf Papier. Ich klebte das Papier auf ein Sperrholzbrettchen, befestigte zwischen diesem und einem zweiten Brettchen, das unten lag, die Anzahl der nötigen Bleche, schraubte die zwei Brettchen mit Gewindeschrauben zusammen und sägte mit einer kleinen elektrischen Laubsäge die Form der Relais aus. Diese Relais fertigte ich zu Tausenden. Das war eine Hauptaufgabe. Natürlich half ich später auch beim Zusammenbasteln der einzelnen Werke der Maschine, das ja Hand in Hand mit der Herstellung der Relais ging. Ich bin ehrlich genug zu sagen, daß ich blind arbeitete und nicht genau wußte, wie dieses Monstrum, das da entstand, einmal arbeiten sollte. Und trotzdem, war die Maschine einmal fertig, arbeitete sie unter heillosem Gerassel und gab die exakten Lösungen für komplizierte Aufgaben. Sie nahm fast das ganze Wohnzimmer ein. Sie war nicht mehr aus der Wohnung zu entfernen. Ich glaube, erst nach der Zerbombung des Hauses konnte diese erste Zuse-Universal-Rechenmaschine im Kriege ins Museum geschafft werden. Nach Fertigstellung dieser ersten mechanischen Maschine konnte Zuse diese der Forschungsanstalt für Luftfahrt vorstellen. Er erreichte eine gewisse Unterstützung und Förderung. Er konnte gegenüber seiner väterlichen Wohnung in der Methfesselstraße eine andere Wohnung mieten, in der er einige Mitarbeiter beschäftigte, mit denen er die Weiterentwicklung dieser Universal-Rechenmaschine betrieb. Von hier aus ist die Geschichte des ersten „Computers“ bekannt. Ich war damals und bin auch jetzt nicht wenig stolz auf meine handwerkliche Fertigkeit, von der letzten Endes das Arbeiten dieser ersten Maschine z. T. abhing. Ich bin auch der Meinung, daß Konrad Zuse ohne die finanzielle oder praktische Unterstützung dieser ersten fünf bis sechs Freunde es sehr schwer gehabt haben würde, seine weltbewegende und umwälzende Erfindung zu verwirklichen.“ (Dipl. Ing. Andreas Grohmann)“

Die Einnahme der englischen Festung Tobruk (Unternehmen Theseus)

Mit der Eroberung von Tobruk hat unser Wüstenfuchs Rommel 1942 übrigens mal wieder die Laufbahn eines weiteren englischen Heerführers beendet. Der englische General Ritchie wurde nämlich nach dem Fall von Tobruk seines Kommandos enthoben… https://www.youtube.com/watch?v=IrJwuVNJLlY Der englisch-deutsche Bruderkrieg geht nun bei unserem Rommel in eine neue Runde:

„In der Zeit vom 26. Mai bis zum 15. Juni 1942 tobte die Abnützungsschlacht in der westlichen Wüste in ihrer härtesten Form. Die Schlacht begann für uns sehr ungünstig, doch konnten wir im hin und her wogenden Kampf teils im Angriff mit begrenztem Ziel, teils in der Abwehr trotz aller Tapferkeit des Gegners die Briten nacheinander zusammenschlagen. Der Weltöffentlichkeit kam dieser Sieg meiner deutsch-italienischen Truppen im Anbetracht der britischen Überlegenheit völlig unerwartet. Die Maßnahmen meines Gegners, des Generalleutnants Ritchie, unterlagen harter Kritik. War tatsächlich der Fehler des britischen Führers Ursache für die Niederlage? Mir fiel nach der Schlacht ein Artikel des britischen Militärkritikers Liddell Hart in die Hände, der die Mängel der britischen Führung während des afrikanischen Feldzuges aus den starken Bindungen der britischen Generale an den Infanteriekrieg ableitete. Den gleichen Eindruck hatte auch ich. Die britische Führung hatte aus der Niederlage 1941/42 nicht die Konsequenzen gezogen. Die Voreingenommenheit Neuerungen gegenüber ist eine typische Erscheinung, die einem Offizierskorps anhaftet, das in einem bewährten System aufgewachsen ist. Die preußische Armee unterlag ins diesem Grunde Napoleon. Eine gleiche Meinung zeigte sich während des Krieges in deutschen sowie britischen Offizierskreisen, die wegen komplizierter Theorien die Fähigkeit verloren, sich der Realität anzupassen. Man hatte dort ein militärisches Dogma bis ins geringste Detail durchkonstruiert und hielt dies für die Spitze aller militärischen Weisheit. Nach ihrer Meinung ist nur der nach ihren genormten Gesetzen gedachte militärische Gedanke akzeptabel. Alles, was außer der Regel liegt, halten sie für ein Hazardspiel, wird es ein Erfolg, dann für Glück und Zufall. Diese Einstellung schafft Vorurteile, deren Folgen unabsehbar sind. Denn dem technischen Fortschritt sind auch die militärischen Gesetze unterworfen. Was 1914 galt, gilt heute nur noch dort, wo der Großteil der Verbände auf beiden Seiten oder zum mindesten beim angegriffenen Gegner aus nichtmotorisierter Infanterie besteht. Hier spielt die Panzertruppe noch die Rolle der Kavallerie, der es bestimmt ist, die Infanterie zu überholen und abzuschneiden. In einer Schlacht, die auf beiden Seiten von vollmotorisierten Gegnern getragen wird, gelten andere Gesetze. Ich habe diese eingangs angedeutet. So wertvoll auf dem Gebiet der soldatischen Ethik die Anknüpfung an Traditionen ist, so sehr ist diese in der militärischen Führung abzulehnen. Es bleibt in unseren Tagen den militärischen Führern nicht nur überlassen, neue Methoden zu ersinnen und damit andere wertlos zu machen, sondern die Möglichkeiten der Kriegsführung werden auch laufend vom technischen Fortschritt verändert. So muß auch der moderne Heerführer sich von Routinemethoden freimachen und umfassendes technisches Verständnis aufbringen, damit er seine Auffassungen den jeweiligen Gegebenheiten und Möglichkeiten anpassen kann. Ich glaube, daß mein Gegner, General Ritchie – so wie viele Generale älterer Schule – die Folgerungen, die sich aus der Kampfführung mit vollmotorisierten Verbänden in dem offenen Wüstengelände ergaben, nicht voll erkannt hat. Trotz der guten, detaillierten Ausarbeitung seiner Pläne waren sie zum Scheitern verurteilt, denn sie waren im großen ein Kompromiß. Am 26. Mai um 14 Uhr trat die italienische Infanterie unter dem Kommando des General Crüwell nach starken Feuerschlägen der Artillerie zum Frontalangriff gegen die Gazalastellung an. Zur Täuschung der Briten, – die hier, wie erwähnt, den Hauptstoß der Achsenverbände erwarten und durch diese Annahme zum Aufschließen mit den Panzerverbänden gebracht werden sollten – war diesen Angriffsverbänden je eine Panzerabteilung des DAK und und des 20. italienischen motorisierten Korps beigegeben, die jedoch am Abend wieder zu ihren Einheiten stoßen sollten. Die britischen Aufklärungsgruppen im Vorfeld der Gazalastellung leisteten nur geringen Widerstand und wichen auf ihre Hauptstellungen aus. Die Offensivgruppe, das DAK, die XC. leichte Division und das 20. italienischen Korps versammelten sich inzwischen in den befohlenen Räumen. Noch am Abend des 26. Juni marschierten Teile dieser Verbände in Richtung auf die Angriffsstelle der Italiener und wurden bei dieser Bewegung durch die britische Abendluftaufklärung planmäßig erkannt. Dann aber rückten auch diese Einheiten in großer Eile in den Versammlungsraum ein. Um 20.30 Uhr wurde von mir der Fall „Venezia“ befohlen. Die 10,000 Fahrzeuge der Offensivgruppe setzten sich in Bewegung. In mondheller Nacht fuhr ich im Verband des DAK mit meinem Stab der großen Panzerschlacht entgegen. Weit in der Ferne sah man ab und zu Leuchtzeichen. Es war wohl die Luftwaffe, die Bir-Hacheim mit Leuchtbomben kennzeichnen wollte. Ich war voller Spannung und erwartete ungeduldig den kommenden Tag. Was wird der Gegner tun? Was hat er bereits getan? waren Fragen, die mir durch den Kopf gingen. Der nächste Tag mußte die Lösung bringen. Ohne Unterbrechung rollten unsere Fahrzeugpulks vorwärts. Die Fahrer hatten oft große Mühe, den Anschluß an den Vordermann zu halten.“

Generaloberst Heinz Guderian

Heute hat unser Panzerheinz Guderian Geburtstag und mit ihm auch die Panzerschlacht. Wer sich nun fragt, warum unser Panzerheinz die Panzerschlacht erfunden hat, dem kann von selbigen sogleich geholfen werden:

„Wir leben in einer vom Lärm der Waffen hallenden Welt. Aufrüstung allerwärts, und wehe dem Land, das nicht imstande oder nicht gewillt ist, sich auf eigene Kraft zu verlassen. Wie glücklich sind diejenigen Völker vom Schicksal ausgestattet, deren Grenzen durch eine freundliche Natur stark, die durch hohe, unwegsame Gebirgszüge oder durch weite Meere vor feindlichen Einbrüchen ganz oder wenigstens teilweise geschützt sind. Wie unsicher anderseits ist das Leben von Völkern, deren oft an sich schon kleiner Lebensraum vorwiegend offene Grenzen ausweist, an denen Nachbarn hausen, deren unruhiger Charakter, verbunden mit überragender Bewaffnung eine ständige Bedrohung bedeutet. Während die einen über große Rohstoff- und Kolonialgebiete verfügen und infolgedessen wirtschaftlich in Krieg und Frieden weitgehend unabhängig sind, besitzen andere, nicht minder lebensfähige, an Zahl oftmals größere Völker nur eine sehr geringe Rohstoffbasis und kleine oder gar keine Kolonialgebiete; sie befinden sich daher in ständiger wirtschaftlichen Schwierigkeiten und sind nicht in der Lage, einen langen Krieg zu ertragen. Es leuchtet ein, daß die Unerträglichkeit lang dauernder kriegerischer Verwicklungen mit ihrer unvermeidlichen wirtschaftlichen Verelendung diejenigen Völker, die durch die geschichtliche Entwicklung und die Einsichtslosigkeit im Überfluß lebender anderer Nationen in eine solche Zwangslage geraten sind, zu der Überlegung zwingt, welche Mittel sich dazu eignen, einen bewaffneten Konflikt rasch zu einem erträglichen Ende zu führen. Die Hungersnot, die der Weltkrieg und die grausame Fortsetzung der Blockade nach dem Waffenstillstand für die Mittelmächte im Gefolge hatte, ist noch in zu frischer Erinnerung, als daß wir an dieser Frage nicht in höchstem Maße beteiligt wären. Wir wissen, daß – ungeachtet der im einzelnen vielleicht begangenen politischen und militärischen Führungsfehler – die Angriffskraft unseres Heeres 1914 nicht ausgereicht hat, um rasch zum Frieden zu gelangen. Das heißt, daß wir in der Bewaffnung, Ausrüstung und Organisation nicht vermocht hatten, der feindlichen Übermacht an Zahl ein Gegengewicht an Material entgegenzustellen. Wir glaubten, ein moralisches Übergewicht über unsere Gegner zu besitzen, und mögen in diesem Glauben recht gehabt haben. Allein dieses Übergewicht hat nicht genügt, um den Krieg zu gewinnen. Für die Zukunft ist es jedenfalls geraten, außer dem sittlichen und seelischen Zustand des Volkes, der sicher von ausschlaggebender Bedeutung ist, auch dem materiellen gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Ein Volk, das mit dem Kampf gegen Übermacht und mehrere Fronten rechnen muß, darf nichts vernachlässigen, was seine Lage erleichtern könnte.“

Ein paar Worte zu unserem Generaloberst Guderian, da nicht sicher ist, ob er – in Zeiten der amerikanischen Umerziehung – den Leuten noch ein Begriff ist. Zur Welt kam er 1888 in Kulm, trat 1901 in unser deutsches Heer ein, heiratete 1913 seine Herzensdame Margarethe Christine (mit der er die zwei Söhne Heinz Günther und Kurt) hatte, kämpfte im Vierjährigen Krieg als Hauptmann und als Stabsoffizier bei der Eisernen Division 1919 im Baltikum. Für die Kraftfahrtruppen war er bei der Reichswehr mit zuständig. Verbotener Weise bereitete er aber auch die Schaffung unserer deutschen Panzerwaffe heimlich vor. Als rechte Hand von unserem General Oswald Lutz wirkte er – nach dem Sturz der Novemberverbrecher – entscheidend bei deren Aufstellung mit. Unser XIX. Armeekorps führte er in den Feldzügen gegen Polen und Gallien, wobei dieses noch in Gallien in Panzergruppe Guderian umbenannt wurde. Diese führte unser Guderian auch in Rußland und erfocht mit ihm die Siege in den Kesselschlachten von Bialystok, Smolensk, Kiew und Brjansk entscheidend mit. Eine Kabale seines Feindes Kluge kostete ihn das Kommando und bescherte ihm die Untätigkeit. Diese dauerte bis 1943 und endete mit der Ernennung zum Inspekteur der Panzertruppen. Es folgte im Juli 1944 die Berufung zum Generalstabschef des Heeres. Zu lesen gibt es von unserem Guderian auch einiges – „Achtung Panzer!“, „Erinnerungen eines Soldaten“, „Die Panzertruppen und ihr Zusammenwirken mit den anderen Waffen“, „Kann Westeuropa verteidigt werden?“, „So geht es nicht!“ und „Panzer – Marsch!“ (der Nachlaß). Damit ihr euren Tigerpanzer auch fach- und sachgerecht handhabt, hat unser Guderian, in seiner Eigenschaft als Inspekteur der Panzertruppen, die berühmte Tigerfibel abfassen lassen: https://archive.org/details/Der-Generalinspekteur-der-Panzertruppen-Die-Tiger-Fibel Holt sie euch, bevor es der Heiko und sein Lustknabe Anette tun.

Die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern

Den Jahrestag der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern feiern wir Deutschen heute. Im Jahre 451 schlugen wir hier zusammen mit den Römern den Hunnenkönig Attila. Laut Jordanes sind 180,000 Streiter auf der Walstatt geblieben. Attilas Heer gibt er mit 500,000 Mann an, was aber nicht heißt, daß der Attila auch mit allen seinen Mannen in Gallien eingefallen ist. Geführt wurden die Römer von ihrem Heermeister Aetius, während unsere deutschen Stämme vom Westgotenkönig Theoderich geführt wurden. Neben den Westgoten waren nämlich auch die Sachsen, Burgunder und Franken mit dabei. Ein kleiner Spaß von Monty Python sollte bei unserer heutigen Siegesfeier nicht fehlen: https://www.youtube.com/watch?v=BPrE3Wp0xMo Beim Gregor von Tours steht über die Vorgeschichte der Schlacht auf den Katalaunischen Felder folgendes geschrieben:

Es verbreitete sich alsbald das Gerücht, die Hunnen wollten in Gallien einfallen. Es lebte aber damals zu Tongern Bischof Aravatius, ein Mann von ausnehmender Frömmigkeit, der lag stets Wachen und Fasten ob und bat unter einem Strom von Tränen die göttliche Gnade, sie möchte nicht dies ungläubige Volk, das immer ihrer unwert gewesen sei, nach Gallien kommen lassen. Aber es sagte ihm der Geist, um der Missetaten des Volks willen sei sein Gebet nicht erhört. Da beschloß er nach Rom zu gehen, um sich den Beistand des Apostels zu gewinnen und so würdiger zu werden von der Gnade des Herrn zu erlangen, was er in aller Demut ersteht hatte. Er ging also hin zu dem Grabe des heiligen Apostels und bat um dessen Beistand bei seines guten Vorhaben, indem er in vielen Entbehrungen und anhaltendem Fasten seinen Leib verzehrte, denn zwei bis drei Tage blieb er ohne alle Speise, und ließ zu keiner Zeit im Gebet nach. Als er aber viele Tage hindurch in solcher Bekümmernis verharrt hatte, soll er vom heiligen Apostel diese Antwort erhalten haben: „Was bestürmst du mich, heiliger Mann? Denn siehe in Gottes Ratschluß ist es unabänderlich beschlossen, daß die Hunnen nach Gallien kommen, und daß dieses Land von einem gewaltigen Sturme verheert weiden solle. Jetzt achte daher auf meinen Rat, eile schnell von dannen, bestelle dein Haus, sorge für deine Ruhestätte, und richte für dich reines Linnenzeug her. Denn siehe, du wirst abscheiden von diesem Leibe, und deine Augen werden die Leiden nicht sehen, welche die Hunnen in Gallien bereiten werden, wie es der Herr unser Gott gewollt hat.“ Als dies der Bischof von dem heiligen Apostel vernommen, machte er sich eiligst auf den Weg, und kehrte bald wieder nach Gallien heim. Und da er nach Tongern kam, nahm er also bald Alles mit sich, was zu seinem Begräbnis; not war, und sagte den Geistlichen und den andren Bewohnern der Stadt Lebewohl, indem er ihnen unter Tränen und Wehklagen verkündigte, daß sie sein Angesicht fortan nicht mehr sehen würden. Aber jene begleiteten ihn jammernd und weinend und baten ihn inständigst und sprachen: „Ach, verlasse uns nicht, heiliger Vater, vergiss uns nicht, guter Hirte.“ Doch sie konnten ihn durch ihre Tränen nicht zur Umkehr bewegen: da segnete und küßte er sie, und sie kehrten heim. Als er aber gegen die Stadt Maastricht kam, befiel ihn ein mäßiges Fieber, und er schied ab von diesem sterblichen Leibe. Es wuschen ihn die Gläubigen und begruben ihn neben der großen Landstraße. Wie dann nach langer Zeit sein Leib erhoben und fortgebracht wurde, haben wir in dem Buche der Wunder erzählt. Die Hunnen zogen also von Pannonien aus und kamen, wie man erzählt, gerade am Vorabend vor dem heiligen Osterfest, nach der Stadt Metz. Und sie verheerten Alles und warfen Feuer in die Stadt, töteten das Volk mit der Spitze des Schwerstes, und mordeten selbst die Priester des Herrn vor den geweihten Altären. Es blieb kein Ort in der ganzen Stadt unversehrt, als das Verhaus des heiligen Stephanus, des ersten Blutzeugen und Diakonen. Ich will aber nicht vorenthalten, was ich von manchen Seiten über dies Bethaus vernommen habe. Man erzählt nämlich, sie die Feinde kamen, habe ein gläubiger Mann ein Gesicht erblickt, wie der heilige Diakon Stephanus die heiligen Apostel Petrus und Paulus wegen des Untergangs der Stadt angegangen, und so zu ihnen geredet habe: „Ich bitte euch, die ihr meine Gebieter seid, laßt es durch eure Verwendung nicht geschehen, daß die Stadt Metz von den Feinden verheert werde, denn es ist ein Ort in dieser Stadt, wo Reliquien meines niedern Leibes ruhn, sondern laßt dies Volk es lieber inne weiden, daß ich bei dem Herrn etwas gelte. Wenn aber die Sünden des Volks so hoch gestiegen sind, daß die Stadt dem Feuer überliefert werden muß, so laßt wenigstens mein Bethaus von den Flammen verschont bleiben.“ Da sprachen jene zu ihm: „Gehe in Frieden, geliebter Bruder, dein Bethaus wird von den Flammen nicht ergriffen werden. Für die Stadt aber werden wir nichts erwirken, weil das Gebot des göttlichen Willens schon ergangen ist. Denn es ist groß geworden die Sünde des Volks, und der Ruf seiner Bosheit ist hinaufgekommen vor den Herrn: deshalb wird diese Stadt durch Feuer zerstört werden.“ Es leidet daher keinen Zweifel, daß, als die Stadt verheert wurde, dies Bethaus nur durch die Verwendung der heiligen Apostel verschont blieb.“

Die Schlacht von Fehrbellin

Die Schlacht von Fehrbellin – deren Jahrestag wir heute feiern – hat ihren Niederschlag übrigens in Kleist Stück „Prinz Friedrich von Homburg“ gefunden: http://www.zeno.org/Literatur/M/Kleist,+Heinrich+von/Dramen/Prinz+Friedrich+von+Homburg Wer sich jetzt aber auf ein blutigen Bühnengemetzel im Stile Shakespeares freut, der wird darin wohl ein wenig enttäuscht werden. Der Kleist kann eben keine Trauerspiele und Schlachtengemälde schreiben… Früher haben die Kinder noch von der Schlacht bei Fehrbellin noch in der Schule gehört, in den finsteren Zeiten der amerikanischen Umerziehung ist das aber nicht zu erwarten und daher ein paar Worte zur Schlacht: Im Jahre 1675 trafen bei Fehrbellin 11,000 Schweden, angeführt vom Feldmarschall Waldemar von Wrangel, auf 5600 Brandenburger, die unser Kurfürst Friedrich Wilhelm selbst befehligte. Obwohl die Brandenburger nur Reiterei hatten und – dank dem Prinzen von Homburg – unüberlegt angriffen, endete die Schlacht mit einer vernichtenden Niederlage für die Schweden. Deren Verluste betrugen 4000 Mann, wobei die Landbevölkerung Rache an den schwedischen Soldaten für deren Verwüstungen nahm. Die berühmte Schlacht nun noch in den Versen von Kleist: http://www.zeno.org/Literatur/M/Kleist,+Heinrich+von/Dramen/Prinz+Friedrich+von+Homburg

„Erster Offizier.

Herr, du, dort oben, der den Sieg verleiht:

Der Wrangel kehrt den Rücken schon!

Hohenzollern.

Nein, sprich!

Golz.

Beim Himmel, Freunde! Auf dem linken Flügel!

Er räumt mit seinem Feldgeschütz die Schanzen.

Alle.

Triumph! Triumph! Triumph! Der Sieg ist unser!

Der Prinz von Homburg.

Auf, Kottwitz, folg mir!

Obrist Kottwitz.

Ruhig, ruhig, Kinder!

Der Prinz von Homburg.

Auf! Laß Fanfare blasen! Folge mir!

Obrist Kottwitz.

Ich sage, ruhig.

Der Prinz von Homburg.

Himmel, Erd und Hölle!

Obrist Kottwitz.

Des Herrn Durchlaucht, bei der Parole gestern,

Befahl, daß wir auf Order warten sollen.

Golz, lies dem Herren die Parole vor.

Der Prinz von Homburg.

Auf Ord’r! Ei, Kottwitz! Reitest du so langsam?

Hast du sie noch vom Herzen nicht empfangen?

Obrist Kottwitz.

Order?

Hohenzollern.

Ich bitte dich!

Obrist Kottwitz.

Von meinem Herzen?

Hohenzollern.

Laß dir bedeuten, Arthur!

Golz.

Hör mein Obrist!

Obrist Kottwitz.

Oho! Kömmst du mir so, mein junger Herr? –

Den Gaul, den du dahersprengst, schlepp ich noch

Im Notfall an dem Schwanz des meinen fort!

Marsch, marsch, ihr Herrn! Trompeter, die Fanfare!

Zum Kampf! Zum Kampf! Der Kottwitz ist dabei!

Golz.

Nein nimmermehr, mein Obrist! Nimmermehr!

Zweiter Offizier.

Der Hennings hat den Rhyn noch nicht erreicht!

Erster Offizier.

Nimm ihm den Degen ab!

Der Prinz von Homburg.

Den Degen mir?

Ei, du vorwitzger Knabe, der du noch

Nicht die Zehn märkischen Gebote kennst!

Hier ist der deinige, zusamt der Scheide!

Erster Offizier

Mein Prinz, die Tat, bei Gott –!

Der Prinz von Homburg.

Den Mund noch öffnest –?

Hohenzollern.

Schweig! Bist du rasend?

Der Prinz von Homburg.

Ordonnanzen! –

Führt ihn gefangen ab, ins Hauptquartier.

Und jetzt ist die Parol‘, ihr Herrn: ein Schurke,

Wer seinem General zur Schlacht nicht folgt!

– Wer von euch bleibt?

Obrist Kottwitz.

Du hörst. Was eiferst du?

Hohenzollern.

Es war ein Rat nur, den man dir erteilt.

Obrist Kottwitz.

Auf deine Kappe nimms. Ich folge dir.

Der Prinz von Homburg.

Ich nehms auf meine Kappe. Folgt mir, Brüder!“

Die Schlacht bei Belle-Alliance

Der englische Feldherr Wellington und unser Feldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher haben am heutigen Tag im Jahre 1815 den gallischen Wüterich Napoleon bei Waterloo endgültig besiegt und das muß wahrlich mit unserem altdeutschen Panzergetränk Met gefeiert werden! Nachdem Napoleon unsere Preußen bei Ligny besiegt hatte, glaubte er sich ungestört den Engländern widmen zu können. Jedoch hatte er sich bei unserem Feldmarschall Blücher gründlich getäuscht. Dieser ließ einen Teil seiner Truppen gegen Napoleons Unterfeldherr Grouchy stehen und eilte schnurstracks zum Schlachtfeld von Waterloo. Sein Erscheinen dort entschied die Schlacht zuungunsten Napoleons. Der bis dahin mit 72,000 Kriegsknechten gegen 68,000 Engländer und Belgier kämpfte. Das Auftauchen von 48,000 Preußen mußte den Verbündeten eine unüberwindliche Übermacht geben. Gerechterweise muß man auch die Standhaftigkeit der Engländer loben, wenn man der Schlacht von Belle-Alliance gedenkt. Denn diese hielten den Napoleon so lange hin und schwächten dessen her derart, daß unser Blücher ihm den Todesstreich verabreichen konnte. Dazu schreibt Clausewitz in seinem Buch über den Feldzug von 1815 in Gallien: https://archive.org/details/bub_gb_-DVBAAAAYAAJ

„In diesem Kampfe wurden die gegenseitigen Kräfte immer mehr erschöpft, und die Meinung ist ziemlich allgemein gewesen, daß Wellington sich kaum noch der fernern Anstrengungen der Franzosen habe erwehren können, wehren können, daß er auf dem Punkte gestanden habe, das Schlachtfeld zu verlieren. Aber diese Meinung bedarf doch einer näheren Bestimmung. Wellington fühlte sich um 5 oder 6 Uhr wahrscheinlich so geschwächt, daß, wenn er an die noch in Reserve stehenden Garden dachte und den entscheidenden Stoß von diesen gegen sich gerichtet sah, ohne daß ihn die Preußen abwendeten, er sich zu schwach und das Ganze in Gefahr sehen mochte. Aber wenn man von den Garden abstrahiert und bloß auf das sieht, was etwa um 6 Uhr mit einander im Kampfe begriffen war, so scheint es doch, daß der Erfolg sich noch mehr für den Fürst Wellington neigte als für die Franzosen. Wenn man auch zugibt, daß die verbündete Armee, weil sie nicht aus so guten Truppen bestand, merklich mehr geschwächt worden sei, als die französische, so muß man doch nicht vergessen, daß Wellington 68,000 Mann stark war, der Teil der französischen Armee, aber, der gegen ihn focht, etwa nur 45,000. Auch scheint es, da die Franzosen schon die ganze Kavallerie anwendeten, daß ihre Infanteriereserven ganz erschöpft gewesen sind, und wenn man an die grenzenlose Verwirrung denkt, in her sich ein paar Stunden später alles befand, so kann man es kaum bezweifeln. Dagegen scheint Fürst Wellington doch immer noch viele Truppen gehabt zu haben, die teils gar nicht, teils wenig gefochten hatten, wie die Division Chassée, die zehnte britische Brigade (im Plan M), die Kavalleriedivision Collaert usw. Man kann also diesen ganzen heftigen Kampf im Zentrum als das eigentliche Müderingen der Kämpfenden betrachten, welches bis zu einem solchen Grade der Erschöpfung getrieben wurde, daß der entscheidende Stoß um so entscheidender wurde und der Niederstürzende nicht im Stande war sich noch einmal aufzuraffen. Dieser entscheidende Stoß erfolgte durch den Angriff der Preußen.“

Zur Feier des Tages sehen wir uns natürlich einmal mehr den Waterloo-Film an: https://www.youtube.com/watch?v=1sOhpY5gIkA

Der Erstflug unserer Focke-Wulf 190

Der Erstflug unserer Focke-Wulf 190 fand heute im Jahre 1939 statt. Im Sechsjährigen Krieg sollte sich diese sehr rasch zur Ergänzung unserer Me 109 mausern und auch als Jagdbomber wirksam in Erscheinung treten. Der Entwurf von unserem Kurt Tank wurde rund 20,000 mal gebaut, verfügte über 1700 Pferdestärke und eine Bewaffnung von vier 20mm- und zwei 13mm-Kanonen, da bleiben keine Fliegerwünsche offen. Vom Einsatz mit unserer Fw 190 lesen wir bei unserem Panzergeschichtsschreiber Rudolf Nowotny in seinem Buch „Walter Nowotny“ (richtig – es ist der Bruder unseres Fliegerhelden):

In etwa 700 Meter Höhe löste sich der brennende Motor in seine Bestandteile auf. Nur die Kurbelwelle war übriggeblieben. Das Abfallen des Motors gab dem Flugzeug einen günstigen Gleitwinkel (7 Meter/Sekunde), der es dem Flugzeugführer ermöglichte, die, wie sich später herausstellte, entscheidenden 2,2 Kilometer noch zu bezwingen. Der Flugzeugführer entschloß sich, die Notlandung in einem halblinks vorne liegenden ausgedehnten Sumpfgebiet vorzunehmen. Beim Überfliegen des im Nordosten säumenden Hochwaldes bekam das Flugzeug sehr heftigen Beschuß durch feindliche Infanterie. Das Flugzeug erhielt viele Treffer. Während dieses Beschusses setzte der Flugzeugführer das Flugzeug in einer glatt und sanft verlaufenden Notlandung auf. Da das Flugzeug unter Beschuß lag und die Gefahr des Detonierens nach wie vor bestand, verließ die Besatzung unter Stützung des Verwundeten so rasch wie möglich das Flugzeug. Während des ganzen Rückfluges hat uns das Jagdgeschwader Trautloft in vorbildlicher Kameradschaft durch alle Flak und feindliche Jagdangriffe unmöglich gemacht. Nach der Notlandung sammelten sich 6 Jäger über dem Platz und hielten mit ihren Bordwaffen die feindliche Infanterie nieder, solange, bis es klar von oben zu erkennen war, daß die Besatzung geborgen wurde. Hiermit trugen sie entscheidend zur Rettung der Besatzung bei. Nach Weiß-Schießen der eigenen Truppen flogen sie dann ab. Die Besatzung beschloß, den Wald am Westrand des Sumpfes zu erreichen. Sie wurde aber etwa nach 100 Meter durch Schreien aufgehalten. Nach einigem Zweifel konnte dann festgestellt werden, nachdem auch weiß geschossen wurde, daß eigene Truppen vor uns lagen. Da die Besatzung bereits in ein Minenfeld geraten war, kam der Stoßtrupp und führte die Besatzung sicher in die HKL. Hier wurde der schwerverwundete Beobachter sofort in ärztliche Behandlung gegeben. In der Nacht wurde dann der halbe rechte Arm amputiert. Gegen 22 Uhr war ein eigener Spähtrupp ausgeschickt, um das Flugzeug auszubauen. Der Russe war jedoch bereits am Flugzeug. Hierauf wurde unverzüglich das Flugzeug durch Granatwerfer in Brand geschossen. Die A1Fa detonierte und wurde in kleinste Teile zerlegt.Diese nüchterne Sprache schildert eindringlicher, als ein dramatischer Bericht es könnte, die große Schlacht von damals und den Geist, in dem sie bestanden wurde. Über all dem, was in diesem harten Jahr 1943 von Walter gefordert wurde und was er leistete, vergaß er doch seine alten sorgenden Eltern nicht. Er hat ihnen immer berichtet; aber zwei Briefe, mitten in den härtesten Einsatzwochen geschrieben, haben – so finde ich – einen besonderen Stil; bei aller scheinbar heiteren Zuversicht sind sie doch irgendwie vom Gedanken an ein Ende gezeichnet; als wollte er etwas sagen, was sonst nie wieder ausgesprochen werden könnte, schrieb er im März 1943 zu unseres Vaters vierundsechzigstem Geburtstag: „Bester aller alten Herren! Wenn Du auch hart und streng mit uns warst, wenn wir auch manchmal nicht verstanden haben, was Du mit uns Buben vorhast, heute wissen wir und sind stolz darauf, daß Du als unser Vater gar nicht anders sein durftest. Und heute stehen Deine Söhne als gerade aufrechte Deutsche, zu denen Du sie erzogen hast, draußen im Schicksalskampf um Deutschlands Zukunft. Und dafür danken wir Dir heute, an Deinem Ehrentag! Wir sind stolz auf unseren strammen Vater und wollen immer bestrebt sein, daß Du ebenso stolz auf Deine Söhne sein kannst. Unsere gute Mutter wird mit Dir diesen Tag festlich begehen und wir sind im Geiste bei Euch und bringen unsere Wünsche vor: Viel Glück, Gesundheit und Freude für Deine nächsten Jahrzehnte, die Du noch in alter Frische unter uns verbringen mögest und eine glückliche Heimkehr Deiner Söhne nach siegreichem Ende dieses Krieges!Und wenige Wochen später schrieb Walter nach dem Muttertag 1943: „Nun habe ich wohl lange nichts mehr von mir hören lassen. Ich hoffe nur, daß Brief und Bild zum Muttertag rechtzeitig angekommen sind. Wir haben hier draußen alle einen Feiertag verspürt. Jeder kam mit einer unbewußt feierlichen Stimmung daher und in den Tagen um den 16. Mai fiel häufiger als sonst das Wort Mutter. Wir dachten alle an unsere Mütter und dankten ihnen im Stillen für alles Gute und Schöne…Es sind das nur wenige Sätze – aber ich glaube doch, daß sie in dieses Buch gehören, und daß sie ein Kapitel für sich bedeuten…

Die Schlacht von Sollum

„Aber der Glaube, daß Blut dicker sei als Wasser, hat für England und Deutschland seine Probe schlecht bestanden. Der Bruderhaß ist unter Menschen immer stärker gewesen als der Haß gegen Fremde, und gerade er kann aus kleinen Anlässen plötzlich zu einer Leidenschaft wachsen, die kein Zurück mehr gestattet.“

Diese düsteren Worten Oswald Spenglers fallen mir zur Schlacht von Sollum ein, mit der im Jahre 1941 ein weiteres Kapitel des blutigen englisch-deutschen Bruderkampfes geschrieben wurde. Mit 13,000 Mann hat hier unser Feldmarschall Rommel ein englisches Heer von der Stärke von 25,000 Mann geschlagen. In seinem Panzerbuch „Krieg ohne Haß“ lesen wir nun vom Sturm auf Tobruk, bei dem sich die italienischen Hilfstruppen mal wieder nicht sonderlich mit Ruhm bekleckern:

„Am 16. April um 17 Uhr setzte ich die Panzerabteilung der Ariete (6 mittlere und 12 leichtere Panzer) in Marsch gegen die Höhe 187 beim Ras-El-Madauer. Wir fuhren auf dem linken Flügel den Angriff mit. Anstatt nun südlich dieser Höhe anzuhalten, auszusteigen und das Gelände mit dem Glase zu beobachten, fuhren die italienischen Panzer auf den höchsten Punkt von 187 hinauf und blieben dort stehen. Schon nach wenigen Minuten schlug natürlich britisches Artilleriefeuer auf die Höhe. Schleunigst zogen sich nun die italienischen Panzer in Deckung zurück und blieben in einen Wadi ungeordnet und unschlüssig stehen. Ich ersuchte den italienischen Panzerführer, im Flächenmarsch auf den Ras-El-Madauer vorzurücken, allein ohne Erfolg. Während dieser Vorfälle beobachtete Leutnant Berndt das Vorgehen der italienischen Infanterie. Zuerst schien alles geordnet vor sich zu gehen, doch plötzlich machten die Italiener kehrt und jagten in wilder Flucht nach Westen. Ich befahl Leutnant Berndt, in schnellster Fahrt mit einem Spähwagen zu dem italienischen Bataillon zu fahren und festzustellen, was eigentlich los sei. Kampflärm war keiner zu hören. Nach einer halben Stunde erschien Berndt wieder und meldete, ein italienischer Infanterist habe ihm erzählt, daß der Gegner mit Panzern angreife. Er selbst wäre daraufhin noch einige hundert Meter nach Osten gefahren und hätte dort beobachtet, wie ein britischer Spähwagen eine italienische Kompanie mit erhobenen Händen abführte. Darauf hin habe er den britischen Spähwagen beschossen, um den Italienern eine Gelegenheit zur Flucht zu geben. Diese wären aber weiter auf die britischen Linien zugelaufen. Schließlich hätte sie ein frisch auftauchendes britisches gepanzertes Fahrzeug in Empfang genommen. Mit drei Geschützen der Panzerjäger fuhr ich nun los, um zu retten, was noch zu retten war. Die italienischen Panzerbesatzungen konnte ich nicht bewegen, uns zu begleiten. Unter der Führung von Berndt gelang es den Panzerjägern, einige britische Karetten abzuschießen. Das italienische Bataillon, das über keine wirksame Panzerabwehrwaffe verfügt hatte, war jedoch inzwischen vom Gegner gefangen und abgeführt worden. Major Schräpler, meinem IIa, der die Italiener in der vordersten Linie begleitet hatte, war es gelungen, sich der Gefangennahme zu entziehen. Er sagte, daß die Italiener viel zu massiert vorgegangen wären. Er hielt inzwischen mit Resten der Italiener die Höhen um Acroma und ich schickte ihm dazu noch weitere zwei Schützenkompanien. Der Angriff auf den Ras-El-Madauer war deshalb notwendig, weil die Briten von dort aus unseren Nachschubweg über Acroma bedrohen konnten. So sollte auch am 17. nochmals angetreten werden. Die Ariete, die bislang noch nie gegen den Feind gefahren war, besaß von den ungefähr 100 Panzern, die sie zu Beginn der Offensive gehabt haben mochte, nur noch 10. Alle anderen waren inzwischen durch Motorenschaden und ähnliches Ungemach ausgefallen. Es konnten einem die Haare zu Berge stehen, daran dachte, mit welcher Ausrüstung der Duce seine den Kampf schickte. Auch beim nächsten Angriff auf den Ras-El-Madauer gut wie nichts. Die Kampfgruppe sollte eigentlich von zu Bodenwelle vorgehen, jeweils erst nach Sicherung der Feuerunterstützung. Die Kompanieführer beachteten jedoch diesen Befehl nicht und brannten feindwärts durch. Oberleutnant Wahl, der im Stab der V. leichten Division als Dolmetscher tätig war, führte die Panzer der Ariete. Diese stießen entgegen dem Befehl, sich immer hinter den Schützen zu halten, weit vor und verschwanden bald aus dem Sichtbereich. Ein Verbindungsmittel zu ihnen war nicht vorhanden. Der Verbleib der Panzerabteilung war unbekannt. Inzwischen hatten die ersten Schützen das Drahthindernis vor dem Ras-El-Madauer erreicht, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Gegen 13 Uhr rollte plötzlich nördlich der höchsten Erhebung des Ras-El-Madauer ein Panzer auf unsere Linien zu. Sein Geschütz war auf uns gerichtet. In dem Staub erkannte man natürlich nicht, ob weitere Kampfwagen folgten. Ich fürchtete, daß der Gegner wie am Vortage meine Infanterie mit Panzern zu vernichten drohte und holte deshalb schnell meine drei Pak herbei. Inzwischen waren weitere Panzer gesichtet worden. Es kam zum Feuerkampf und zwei Kampfwagen wurden abgeschossen. Zu unserer großen Bestürzung stellte sich aber bald heraus, daß es sich um italienische Panzer handelte. Die Infanterie hatte sich im feindlichen Drahthindernis festgelaufen. Alle weiteren Versuche, in die britischen Stellungen einzudringen, scheiterten. Es war somit klar geworden, daß mit den vorhandenen Kräften ein Erfolg gegen die feindlichen Anlagen nicht erzielt werden kann, vor allem auch wegen der schlechten Ausbildung und Bewaffnung der italienischen Einheiten. Ich entschloß mich, bis zum Eintreffen weiterer Truppenmengen den Angriff abzubrechen.“