Unser preußischer Marschall Vorwärts, Gebhard Leberecht von Blücher, hat heute Geburtstag. Geboren wurde der Feldherr im Jahre 1742 in Rostock und trat schon zu Zeiten Friedrichs des Großen ins preußische Heer ein. Nach der verheerenden Niederlage bei Jena und Auerstedt sammelte er die Trümmer des preußischen Heers und zog sich mit diesen auf Lübeck zurück, wo er – aus Mangel an Brot und Pulver, wie er sagte – die Waffen strecken mußte. Im Jahre 1813 kam dann der Augenblick der Rache und unser Blücher führte die Preußen in den Schlachten der Befreiungskriege und trug bei Leipzig entscheidend zur Niederlage Napoleons bei. Den er dann zusammen mit den Österreichern im folgenden Jahr vom gallischen Thron stieß. Als dann Napoleon 1815 zurückkehrte, schlug er diesen gemeinsam mit Wellington bei Waterloo (Belle-Alliance). Darüber wurde übrigens ein recht gelungener Film namens Waterloo gemacht, den wir uns zur Feier des Tages und der deutsch-englischen Waffenbrüderschaft nun ansehen wollen: https://www.youtube.com/watch?v=1sOhpY5gIkA Dazu erzählt uns der Clausewitz ein wenig aus der Schlacht von Waterloo: http://www.clausewitz.com/readings/1815/Clausewitz-FeldzugVon1815ed1862.pdf

„Von dem Zentrum selbst haben wir schon gesagt, daß es seinen Angriff mit den drei übrigen Divisionen Erlons machte. Da das sechste Korps und die Kavalleriedivisionen Subervic und Domon schon gegen Bülow verwendet waren, so bestand das französische Zentrum an Infanterie nur aus diesen drei Divisionen und es blieb also nichts zur Reserve als die Kavalleriekorps und die Garden. Der erste Angriff Erlons ist nach allen Nachrichten sehr stürmisch und übereilt gewesen, so daß die zweite Kolonne, welche auf die erste Brigade der Division Perponcher stieß, wirklich eindrang, aber natürlich vor dem Feuer der Reserven und den Anfällen der englischen Kavallerie zurückweichen mußte. Sie erlitt dabei, wie es scheint, von 2 englischen Kavalleriebrigaden unter Fürst Ponsonby und Vandeleur gefolgt, eine ziemliche Niederlage, die sich auch auf die dritte Kolonne mit erstreckte. Die französische Kavallerie unter Milhaud wies dann ihrerseits die englische zurück und, wie sich denken läßt, mit einigem Verluste. Dieser erste Anfall scheint also eine Art von Scharmützel gewesen zu sein, welche im Ganzen die Angelegenheiten der Franzosen mehr zurück als vorwärts brachte. Da das Gefecht auf keine Weise vorbereitet d. h. da die gegenseitigen Streitkräfte noch nicht erschöpft waren, so konnte dieser Erfolg nichts entscheiden. Die linke Flügelkolonne Erlons aber, welche auf la Haye Sainte ging, scheint das Gefecht dort gleich zum Stehen gebracht zu haben. Das Vorwerk wurde von der englischen Armee unterstützt und man schlug sich mit abwechselndem Glück und abwechselndem Besitz. Erlon sammelte seine Kräfte wieder und das Gefecht dauerte nun ohne allgemeinen Erfolg und ohne auffallende Ereignisse bis zwischen 5 und 6 Uhr fort. Man muß es sich denken als ein heftiges Artillerie- und Tirailleurgefecht, untermischt mit einzelnen Angriffen in Bataillonskolonnen oder mit entwickelten Bataillonen. Hin und wieder trat dabei die Kavallerie in Mitwirkung, indem sie auf einzelne Bataillone, die sich der la Haye Sainte wieder bemächtigen wollten, einhieb; so gingen 3 Bataillone der Verbündeten verloren und die französische Kavallerie kam bis in die Stellung der Engländer, worauf sie aber stets mit Verlust wieder weichen mußte. Nachdem sich die Kräfte auf diese Weise in einem drei bis vier Stunden langen Kampfe an einander ziemlich verzehrt hatten, waren die Preußen auf dem Kampfplatze erschienen und hatten sich aus dem Holze entwickelt. Nun suchte Ney seinen Erfolg gegen Wellington durch die Kavallerie zu erzwingen. Da rechts von der Chaussee von Namur ein Hohlweg die Anwendung derselben verhinderte, so suchte er links der Chaussee mit den Kürassieren von Milhaud und der Gardekavalleriedivision von Lefebre-Desnouettes einzudringen. Sie kamen auch wirklich mehr als einmal bis auf den Rücken, welcher die Stellung des ersten englischen Treffens bildete, mußten aber jedesmal wieder zurück, um sich im Grunde wieder zu sammeln. Da diese Korps den Zweck noch nicht erreichten, so wurde auch das Kürassierkorps von Kellermann und die andere Gardekavalleriedivision von Guyot auf eben die Art d. h. zur Unterstützung der anderen verwendet. Um diese Zeit wird auch wohl die Division Bachelu vom zweiten Korps mit ins Gefecht gezogen worden sein. Je weiter sich das Gefecht durch das Vorschreiten Bülows in den Rücken der Franzosen fortzog, um so mehr setzte Ney auch das Letzte daran, um in der Fronte durchzudringen. Nun war bis auf die Infanterie der Garden die ganze Masse der französischen Armee ins Gefecht gebracht und dieser Kampf dauerte nun noch ein paar Stunden ohne eigentlichen Erfolg fort, nämlich bis gegen 7 Uhr. In diesem Kampfe wurden die gegenseitigen Kräfte immer mehr erschöpft, und die Meinung ist ziemlich allgemein gewesen, daß Wellington sich kaum noch der fernern Anstrengungen der Franzosen habe erwehren können, wehren können, daß er auf dem Punkte gestanden habe, das Schlachtfeld zu verlieren. Aber diese Meinung bedarf doch einer näheren Bestimmung. Wellington fühlte sich um 5 oder 6 Uhr wahrscheinlich so geschwächt, daß, wenn er an die noch in Reserve stehenden Garden dachte und den entscheidenden Stoß von diesen gegen sich gerichtet sah, ohne daß ihn die Preußen abwendeten, er sich zu schwach und das Ganze in Gefahr sehen mochte. Aber wenn man von den Garden abstrahiert und bloß auf das sieht, was etwa um 6 Uhr mit einander im Kampfe begriffen war, so scheint es doch, daß der Erfolg sich noch mehr für den Fürst Wellington neigte als für die Franzosen. Wenn man auch zugibt, daß die verbündete Armee, weil sie nicht aus so guten Truppen bestand, merklich mehr geschwächt worden sei, als die französische, so muß man doch nicht vergessen, daß Wellington 68,000 Mann stark war, der Teil der französischen Armee, aber, der gegen ihn focht, etwa nur 45,000. Auch scheint es, da die Franzosen schon die ganze Kavallerie anwendeten, daß ihre Infanteriereserven ganz erschöpft gewesen sind, und wenn man an die grenzenlose Verwirrung denkt, in her sich ein paar Stunden später alles befand, so kann man es kaum bezweifeln. Dagegen scheint Fürst Wellington doch immer noch viele Truppen gehabt zu haben, die teils gar nicht, teils wenig gefochten hatten, wie die Division Chassée, die zehnte britische Brigade (im Plan M), die Kavalleriedivision Collaert und so weiter. Man kann also diesen ganzen heftigen Kampf im Zentrum als das eigentliche Müderingen der Kämpfenden betrachten, welches bis zu einem solchen Grade der Erschöpfung getrieben wurde, daß der entscheidende Stoß um so entscheidender wurde und der Niederstürzende nicht im Stande war sich noch einmal aufzuraffen. Dieser entscheidende Stoß erfolgte durch den Angriff der Preußen. Aber ehe wir zu diesem übergehen, bleibt uns noch im Zentrum ein letzter Akt der Verzweiflung zu erwähnen. Bülow war siegreich, Plancenoit verloren, die Masse der Preußen auf dieser Seite wuchs immer noch, die Hälfte der Garden war bereits gegen sie verwendet, und doch war keine Aussicht, sie zu schlagen – da wollte der verzweiflungsvolle Bonaparte auch das Letzte noch daran setzen, um das Zentrum Wellingtons zu sprengen. Er führte die übrigen Garden auf der Chaussee nach la Haye Sainte und der feindlichen Stellung vor; 4 Bataillone dieser Garden machten einen blutigen Angriff, aber vergebens. Zietens Vorrücken hatte den rechten Flügel der Franzosen ganz zusammengeworfen, die vorgeführten 4 Bataillone Garden mußten weichen und die 8 anderen waren nicht im Stande, dem Strome der Flucht und Verwirrung einen Damm zu setzen. So geschah es, daß die ganze Armee bis auf den letzten Kern aufgelöst, als Armee also vernichtet wurde und daß Bonaparte gewissermaßen allein das Schlachtfeld verließ.“

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Den Geburtstag von unserem Franz von Lenbach, seines Zeichens großer deutscher Maler feiern wir heute. Das tun wir natürlich mit einer Werkschau, alles andere wäre ja auch ein wenig Banane. Im Jahr 1836 wurde unser Künstler in Schrobenhausen geboren und sein Leben verlief in derart ruhigen und geordneten Bahnen, daß wir es hier mit Nietzsche halten und den Künstler zum Wohle seiner Kunst in den Hintergrund treten lassen können. Neben großen Deutschen wie Bismarck, Wagner oder Moltke malte unser Lenbach auch manchen Engländer wie Gladstone oder Acton.

Mit seinen 158 Abschüssen (auf 388 Feindflügen) gehört unser Hans-Joachim Marseille, bekannt als der Stern von Afrika, zu den größten deutschen Jagdfliegern des Sechsjährigen Krieges und seine Abschüsse sind wohl noch höher zu werten, weil er sie überwiegend gegen die englischen Flieger erzielte und es nicht mit den Russen und Amerikanern zu tun hatte. Es wären wohl noch sehr viel mehr Abschüsse geworden, wenn nicht ein Unfall unseren Helden im September 1942 gefällt hätte. Wer mehr erfahren möchte, dem sei diese Dokumentation ans Herz gelegt: https://www.youtube.com/watch?v=-zVKVWUpQps

Unser Feldmarschall Gerd von Rundstedt wurde 1875 im sächsischen Aschersleben geboren und soll daher heute gefeiert werden. Sein Vater war der preußische Generalmajor Gerd von Rundstedt, der einer alten Soldatenfamilie entstammte, seine Mutter dessen Gattin Adelheid, eine geborne Fischer. Er trat 1892 in unser deutsches Heer ein und kämpfte als Major im Vierjährigen Krieg. Er blieb bei der Reichswehr und konnte daher nach dem Sturz der Novemberverbrecher beim Aufbau unserer Wehrmacht mithelfen. Im Jahre 1938 ging er in den wohlverdienten Ruhestand, wurde aber beim Ausbruch des Sechsjährigen Krieges 1939 – gleich unserem Feldmarschall Paul von Hindenburg 1914 – zurückberufen. Im Feldzug gegen Polen führte er unsere Heeresgruppe Süd, wobei ihm unser Panzerstratege Erich von Manstein als Stabschef zur Seite stand. Er zerschmetterte die Polen in den Schlachten von Radom und an der Bzura und erstürmte zuletzt deren Hauptstadt – in weniger als einem Monat. Im Feldzug gegen Gallien führte 1940 er unsere Heeresgruppe A, mit der er die Gallier in der Zweiten Schlacht Sedan und brach zum Ärmelkanal durch, um dann den Galliern beim Fall Rot den Rest zu geben. Beim Unternehmen Kaiser Rotbart führte er 1941 unsere Heeresgruppe Süd und schlug die Russen in den Kesselschlachten von Uman, Kiew und am Asowschen Meer. Aufgrund einer Rückwärtsbewegung wurde unser Feldmarschall von Rundstedt seines Kommandos enthoben, jedoch erhielt er bald darauf den Oberbefehl im Westen. Er wehrte 1942 den kanadisch-amerikanischen Landungsversuch bei Dieppe ab und stellte sich im Juni 1944 der Landung der Amerikaner in der Normandie entgegen. Da er deren Abwehr für unmöglich hielt, wurde er im Juli 1944 erneut abgesetzt und ausgerechnet durch den Kluge ersetzt. Im September kam jedoch die Regierung wieder zur Vernunft und gemeinsam mit unserem Feldmarschall Walter Model wehrte unser Rundstedt beim Arnheim das Unternehmen Marktgarten ab, immerhin das größte Luftlandeunternehmen der Kriegsgeschichte. Dessen Abwehr nach der verlorenen Hauptschlacht in der Normandie ist eine kriegerische Meisterleistung, die man nicht hoch genug anschlagen kann (auch wenn der Monty für die Landfeinde den Schlachtplan gemacht hat). Bei der Ardennenoffensive errang er beachtliche Anfangserfolge gegen die Amerikaner, konnte aber seinen Erfolg von 1940 nicht wiederholen… An Auszeichnungen staubte er das Eiserne Kreuz beider Klassen, den Hausorden der Hohenzoller und das Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern ab. Geheiratet hat er 1902 seine Herzensdame Luise von Goetz, mit der er den Sohn Hans Gerd hatte. Eine, wenn auch etwas (zu) umerzogene Würdigung unseres Feldmarschalls von Rundstedt finden wir hier: http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/der-letzte-grosse-preusse.html Das Frankreichlied bekommt unser Feldmarschall Gerd von Rundstedt von mir zum Geburtstag: https://www.youtube.com/watch?v=BkxtNHOl89k Sein Blitzfeldzug gegen die Gallier gefällt mir nämlich am Besten, wenn er auch in Polen und Rußland entsprechend zu Werke ging und auch den Amerikanern gehörig zu schaffen gemacht hat. Als Schwank aus seinem Leben lasse ich seinen Generalstabschef, Erich von Manstein, ein wenig vom Warten im Kriege an höherer Stelle berichten, anläßlich der Eröffnung des Feldzuges gegen Polen:

„Der Kampf hatte von uns Besitz ergriffen. Wenn wir an jenem Morgen so früh auf unseren Plätzen waren, so war dies bedingt durch das Gefühl, bereit sein zu müssen von dem Augenblick an, in dem unsere Truppen in Feindberührung treten konnten, nicht durch praktische Notwendigkeit. Denn daß Stunden vergehen würden, ehe wir von den unterstellten Armeen wesentliche Nachrichten erhielten, war sicher. Es waren die Stunden, die jeder kennt, der in einem höheren Stabe gearbeitet hat, in denen alles läuft und man nur abwarten kann, wie es sich gestalten wird. Der Soldat an der Front kennt die ungeheure Spannung, die über dem Losbrechen eines Angriffs liegt. Wenn auf der Uhr des Zugführers Sekunde um Sekunde der Zeiger weiterrückt, bis der erlösende Augenblick des Sturmes gekommen ist. Von diesem Augenblick an aber ergreifen den Kämpfer an der Front die Eindrücke des Kampfes und lassen ihn alles andere vergessen. Bei den Stäben jedoch, je höher je mehr, beginnt die Zeit eines spannungsgeladenen Wartens. Anfragen bei den nachgeordneten Kommandostellen, wie es steht, sind mit Recht bei diesen wenig beliebt und würden den Anschein von Nervosität erwecken. So wartet man lieber. Dabei ist es eine alte Erfahrung, daß das Sprichwort „schlechte Boten reiten schnell“ auf das militärische Geschehen im allgemeinen nicht zutrifft. Wenn alles gut geht, so pflegen die Meldungen darüber schnell nach rückwärts zu gelangen. Bleibt der Angriff aber stecken, so hüllt die Front sich meist in Schweigen, sei es, weil die Nachrichtenverbindungen gestört sind, sei es, weil man warten möchte, bis besseres zu berichten ist. So bricht die Spannung erst, wenn die ersten Meldungen eingehen, mögen sie nun gut oder schlecht sein. Bis dahin hieß es auch bei uns abwarten! Würde unsere Truppe, die mit soviel Hingabe und Arbeit, aber auch in allzu schneller Zeit aufgebaut worden war, unsere Erwartungen erfüllen? Würden insbesondere die großen Panzerverbände, deren Organisation und Verwendung etwas völlig Neues war, das leisten, was ihr Schöpfer, General Guderian, und mit ihm wir, erhofften? Würde es der deutschen Führung, insbesondere der der Heeresgruppe, gelingen, aus der operativen Ausgangslage heraus zu einem vollen Sieg zu gelangen, der das feindliche Heer noch vorwärts der Weichsel vernichtete und damit die Gefahr bannte, daß wir etwa auf zwei Fronten zugleich zu kämpfen haben würden? Dies waren die Fragen, die uns in jenen Stunden des Wartens und der Ungewißheit bewegten.“

Der Schwedenkönig Gustav Adolph hat heute Geburtstag. Geboren wurde er 1594 in Stockholm und geherrscht hat er über Schweden von 1611 bis 1632. Berühmt wurde er durch sein Eingreifen in den 30jägrigen deutschen Bürgerkrieg. Dem unser Carl von Clausewitz eine seiner gefürchteten strategischen Betrachtungen gewidmet hat. In dieser fahre ich nun fort und seine Größe verdankt Gustav Adolf wohl am meisten den Fehlern von Kaiser Ferdinand II., der sowohl seinen bewährten Heerführer Wallenstein entlassen als auch die Lutheraner mit dem Restitutionsedikt schwer bedrängt hat und das alles genau in dem Augenblick, wo Gustav Adolf mit seinen Schweden auf Rügen gelandet ist: https://archive.org/details/bub_gb_5ZxDAAAAcAAJ

„Nachdem man in Schweden die besten Anstalten zu der beabsichtigten Unternehmung gemacht und der schwedische Kommandant von Stralsund sich auf eine sehr geschickte Art im Monat Juni in den Besitz von Rügen gesetzt hatte, trotz der Forts, welche die Österreicher daselbst gebaut hatten, und trotz eines Korps von 3000 Mann, mit welchem der österreichische Oberst Götze einen vergeblichen Versuch zum Entsatz derselben machte, schiffte sich Gustav Adolph im Juni mit 14,500 Mann ein. Er landete den 24. Juni auf der Insel Rügen am Ausfluß der Peene, setzte sich von da aus in den Besitz der Inseln Usedom und Wollin, und machte sich zum Meister von Wolgast auf der einen und Cammin auf der anderen Seite. In Pommern befanden sich damals nur wenig österreichische Truppen. Die Armeen des Kaisers und der Liga waren im südlichen Deutschland mit Einführung des Restitutionsedikts beschäftigt, oder auch ganz untätig. Der Kaiser befand sich zu Regensburg, wo er die Wahl seines Sohnes Ferdinand III. zum römischen König mit so vielem Eifer betrieb, daß er Gustav Adolph darüber ganz aus den Augen verlor. Die Einführung des Restitutionsedikts bei den Protestanten, die Beschwerden gegen Wallenstein und sein Heer bei den Katholiken, die Furcht vor der Übermacht und dem Despotismus des Hauses Österreich bei den vornehmsten Fürsten aller Parteien, setzten dem Kaiser so große Schwierigkeiten in den Weg, daß er sich zu einem Schritt genötigt sah, der auf die Kriegsbegebenheiten den entschiedensten Einfluß hatte; dies war die Abdankung Wallensteins und seines Heeres im Monat November. Wie dringend die politischen Ursachen auch waren, so zeigt diese Maßregel doch, wie gering man den schon seit mehreren Monaten gelandeten König von Schweden schätzte. In Pommern kommandierte der österreichische General Torquato Conti, ein Italiener von Geburt und ein Mann von Charakter und Talent, wie wir bald sehen werden. Er versammelte in aller Eile einen Teil der in Brandenburg, Mecklenburg, Schlesien und Böhmen stehenden Truppen während des Monats Juli, bemächtigte sich mehrerer pommerschen Städte, aus welchen er die Besatzung vertreiben ließ, und stellte dann seine bis auf 16,000 Mann angewachsene Armee in zwei Teilen bei Anklam und bei Stettin auf, um das weitere Unternehmen Gustav Adolphs abzuwarten. Stettin war für dieses Kriegstheater ein äußerst wichtiger Platz, weil die Schweden dadurch sowohl gegen Mecklenburg als gegen die Mark Brandenburg basiert und Herrn der Niederoder und des größten Teils von Pommern wurden. Gustav Adolph eilte um so mehr sich dieses Platzes zu versichern, als Torquato Conti sich in dessen Nähe befand und so leicht etwas dagegen unternehmen konnte. Er schiffte daher einen Teil seiner Truppen auf hundert Oderkähnen ein und stieg vor der Oderburg auf dem Bleichplatze, dicht unterhalb Stettin, den 10. Juli ans Land. Torquato Conti hatte es bei einigen vergeblichen Versuchen bewenden lassen, den Herzog Bogislaw von Pommern zur Aufnahme kaiserlicher Besatzung zu vermögen. Gustav Adolph verfuhr zweckmäßiger. Er nötigte den Herzog schwedische Besatzung einzunehmen und einen förmlichen Allianztraktat mit ihm zu schließen. Nachdem Gustav Adolph alle seine Truppen, auch den größten Teil der Besatzung von Stralsund an sich gezogen hatte, bestand seine Armee aus 17,500 Mann Infanterie und 2000 Mann Kavallerie, die durch strenge Disziplin und fleißige Übung vor ihren Zeitgenossen ungefähr eben die Vorzüge voraus hatten, durch welche ein Jahrhundert nachher die preußischen Waffen sich auszeichneten. In Stralsund und auf der Insel Rügen wurden sogleich Magazine angelegt.“

Mit zwölf Jahren hat unser alter deutscher Kaiser Arnolf von 887 bis 899 zwar recht kurz regiert, hinter den anderen deutschen Herrschern muß er sich aber nicht verstecken. Er wehrte 891 an der Dijle die Wikinger ab, bekriegte 892 bis 893 die Mähren und zog von 895 bis 896 nach Italien, wo er sich zum römischen Kaiser krönen ließ. Damit hatte er alles vollbracht, was ein großer deutscher Herrscher im Mittelalter so zu tun hatte. Im Inneren wurde seine Regierung nicht angefochten und nach Nachwuchs fehlte es unserem Kaiser Arnolf mit drei Söhnen und einer Tochter auch nicht. Nachzulesen ist seine Geschichte (unter anderem) in den Fuldaern und Xantener Jahrbüchern. Unser Kaiser Arnolf hat in Italien für Ordnung gesorgt und begibt sich nun auf den Heimweg: https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10015821_00001.html

Hierauf aber wurden Konstantin und Stephan, welche die Häupter im Senat waren, des Majestätsverbrechens angeklagt, weil sie früher sich mit Agildrude zur Einnahme der Stadt verschworen halten; ohne Verzug ließ sie der König ergreifen und mit sich nach Baiern führen. Die Bewachung der Stadt legte er in die Hände eines Vasallen Farold, er selber endlich zog am 15. Tage seiner Ankunft von der Stadt ab. Auf die Nachricht dann, daß Agildruda in der Stadt Spoleto verweile, beschleunigte er seinen Marsch, diese zu erobern. Aber noch nicht an den bestimmten Ort gekommen, wurde er von einem schweren Kopfweh aufgehalten und ließ dies unvollendet; mit aller Eile nachdem er seinen kleinen Sohn Ratolf, der von einem Kebsweib war, zur Huldigung des Italischen Volkes nach Mailand geschickt, zog er selber durch das Tridentinische Tal im Monat Mai heim nach Bayern. Aber nicht lange darauf kam auch sein Sohn, welchen er in Italien gelassen hatte, über den Comersee zu ihm zurück. Nach dem Tode Waltfreds, des Markgrafen von Friaul, welcher sehr treu Verona für den Kaiser behauptet hatte, drang sogleich Berengar in das Italische Reich ein und nahm es bis zum Fluß Adda wie durch Erbrecht in Besitz, in Teilung mit Lambert. Manfred, Graf von Mailand, wurde von Lampbert, Widos Sohn, zum Tode verurteilt und hingerichtet, sein Sohn und Schwiegersohn ihres Augenlichts beraubt. Aber in Rom verschied Papst Formosus am heiligen Tage des Ostern in dessen Stelle Bonifazius geweiht wird, der vom Podagra ergriffen kaum 15 Tage überlebt hat. An seiner Stelle folgte der Papst Namens Stephan, ein Mann von schimpflichem Ruf, der seinen Vorgänger, Formosus nämlich, auf unerhörte Weise aus dem Grabmal reißen und durch eigene Richter für abgesetzt erklären und draußen außerhalb des gewöhnlichen Begräbnisortes der Päpste begraben ließ. Die Griechen nun schließen in diesem Jahre Friede mit den Awaren welche Ungarn heißen; was ihre Mitbürger die Bulgaren übel aufnehmen, sich zu einem feindlichen Zug gegen sie erheben und ihr ganzes Land bis an das Thor von Konstantinopel verwüsten. Dies zu rächen schicken die Griechen listiger Weise Schifft zu den Awaren und führen sie in das Reich der Bulgaren jenseits der Donau über; übergesetzt drangen jene mit starker Heeresmacht auf das Volk der Bulgaren ein und brachten einen sehr großen Teil um. Auf die Nachricht hiervon kehren die im Zuge begriffenen Bulgaren mit aller Eile zurück, ihr Vaterland von dem Feinde zu befreien, begannen sogleich ein Treffen und wurden besiegt; abermals, da sie auf gleiche Weise Vergeltung suchten, ließ sie zum zweiten mal der Sieg im Stich. Endlich, ungewiß, welchen Trost oder Heilmittel finden, laufen die Elenden alle zu den Füßen ihres alten Königs Michael, welche r sie zuerst zur Wahrheit der christlichen Religion bekehrte, und forschen was er ihnen um der drohenden Gefahr zu entgehen riete. Nachdem dieser ein dreitägiges Fasten angesagt, ermahnte er sie, das Christen‘ zugefügte Unrecht zu bereuen, sodann Hilfe bei Gott zu suchen. Als dies vollbracht, begannen sie den harten Kampf, und da beide Parteien aufs Heftigste stritten, wurde zuletzt durch das Erbarmen Gottes der Sieg, obwohl ein blutiger, den Christen zu Teil. Denn wer könnte wohl die Niederlage der heidnischen Awaren bei solchem Zusammentreffen aufzählen und auseinander setzen? da von den Bulgaren, welchen der Sieg zu Teil ward, die Zahl von 20,000 Reitern tot gefunden worden. Als aber in diesen Gegenden die Kämpfe sich häuften, befahl der Kaiser für diese Zeit den Schuh von Pannonien nebst der Stadt Paludarum seinem Herzog Brazlawon an. Aber Leo, der Kaiser der Griechen, sandte einen gewissen Lazarus, einen Bischof, mit Geschenken zum Cäsar Augustus; den jener in der Stadt Regensburg freundlich aufnahm, ihn wenig Tage bei sich behielt, endlich mit Ehren bereichert heimschickte.“

Der Todestag Kaiser Ottos II. ist mal wieder gekommen und so wollen wir dem alten Liudolfinger auch gedenken. Regiert hat er von 973 bis 983 und ist natürlich der Sohn Ottos des Großen. All das hätten unsere deutschen Kinder früher freilich in der Schule beigebracht bekommen, aber heute ist das leider nicht mehr der Fall. Anläßlich der unglücklichen Schlacht von Crotone gibt uns der Thietmar von Merseburg einen kleinen Abstecher zum damaligen Hauptkriegsschiff der Byzantiner, der Salandria (oder auch Dromone genannt), deren gefürchtetes griechisches Feuer schon so manche feindliche Flotte auf dem Gewissen hat und die Otto II. zur Bekämpfung der Flotte der Sarazenen angefordert hatte. Er war ja durch die Ehe mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu sozusagen mit den Griechen verschwägert:

„Damit aber Du, geliebter Leser, von allem genau unterrichtet werdest, so will ich in kurzem beschreiben, was eine Salandria ist und warum dergleichen Schiffe nach jenen Küsten hinkamen. Eine Salandria nämlich ist ein Schiff von außerordentlicher Länge und Beweglichkeit, welches an beiden Seiten zwei Reihen Ruderbänke und 150 Matrosen hat. Von dieser Gattung waren zwei Fahrzeuge, welche auf Befehl des Kaisers Nikephoros nach Kalabrien kamen, um daselbst den Tribut einzusammeln. Diese Landschaft erlegt nämlich, obwohl sie eigentlich dem römischen Kaiser untertan ist, doch, um nicht von den Griechen belästigt zu werden, denselben auch freiwillig alljährlich eine Summe Goldes. Diese Schiffe nun, welche ein nur mit Essig zu löschendes Feuer am Bord hatten, hatte Otto mit seiner Kriegsmacht verbunden und in seine Dienste genommen, indem er sie beordert hatte, auf die hohe See hinaus zu fahren und die Schiffe der Sarazenen in Brand zu stecken. Das eine derselben aber hatte sich nun geweigert, ihn, den Besiegten, aufzunehmen, entweder weil man ihn nicht kannte, oder aus Furcht vor dem nachsetzenden Feinde; das andere aber, welches ihn auf Heinrich Zoluntas Betrieb aufnahm, gab ihn, wie gesagt, nur wider Willen heraus.“

Zur Geburtstagsfeier für unseren Feldmarschall August von Mackensen steuere ich den Helenenmarsch bei: https://www.youtube.com/watch?v=eXa2nSuNxoE Daß dieser gefeiert werden muß, stand zur Zeit unseres alten deutschen Reiches außer Frage. Heute aber, im lichtlosen Dunkel der amerikanischen Fremdherrschaft, muß man Zweifel haben, ob die Umerzogenen (auch die Amerikanisierten genannt) unseren Feldmarschall von Mackensen überhaupt noch kennen. Denn was die liberalen Handpuppen der Amerikaner gemeinhin unter Geschichtsunterricht verstehen, ist eine Zumutung. Daher ein paar Worte zum kriegerischen Werdegang unseres Feldmarschalls von Mackensen: In den Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen führte er unser XVII. Armeekorps. In der Schlacht von Lodz unsere IX. Armee und unsere XI. Armee in der Schlacht von Gorlice-Tarnow – letztere gehört zu den großen Durchbruchsschlachten des Vierjährigen Krieges und trug zur guten Wende an der Ostfront bei. Anschließend warf unser Feldmarschall von Mackensen Serbien und Rumänien nieder. Es muß also getrunken werden, wie die alten Römer so schön zu sagen pflegen. Geboren wurde unser Mackensen 1849 in Leipnitz im Sachsenlande. Er zog in den großen Gallierkrieg von 1870 bis 1871 und blieb anschließend bei unserem deutschen Heer. In diesem stieg er bis zum General der Reiterei auf und befehligte ab 1908 unser XVII. Armeekorps. Geheiratet hat er 1879 seine Herzensdame Dorothea von Horn, mit der er fünf Kinder hatte. Ein zweites Mal heiratete er 1905 und zwar Leonie von der Osten. Die Ehe blieb leider kinderlos. Zum Geburtstag schenkt sich unser Mackensen die Stadt Lodz und wird obendrein noch zum Generaloberst befördert: https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PPN=PPN721273173&PHYSID=PHYS_0001&DMDID=DMDLOG_0001

„Am 2. Dezember meldete das deutsche Hauptquartier: „Die Ostarmee hat in den Kämpfen bei Wloclawek, Kutno. Lodz und Lowitsch vom 11. November bis 1. Dezember über 80,000 unverwundete Russen gefangengenommen.“ Es waren die Gefangenen der IX. Armee. Zwar führte der Feind immer neue Streitkräfte heran, aber mit einer Zähigkeit ohnegleichen gewannen unsere herrlichen Truppen Schritt für Schritt an Boden und kämpften sich Anfang Dezember bis vor die Tore von Lodz hindurch. Die Bedrohung des Korps von Scheffer und der ihm zugeteilten Division Litzmann hatten das Vordringen wohl aufhalten, aber dank der einzigartigen Tapferkeit dieser Truppen und ihrer heldenhaften Führer nicht verhindern können. Mit einem Angriffsbefehl feierte Mackensen in der Frühe des 6. Dezember seinen Geburtstag, und am Nachmittag um fünf Uhr konnte er seiner Gattin telegraphieren: „Lodz liegt auf meinem Geburtstagstisch.“ Am Namenstag des Zaren hatten die Russen die wichtige Stadt geräumt. Sie war von deutschen Truppen nahezu umfaßt. Einen Häuserkampf hatte Mackensen verboten, um Blutvergießen zu vermeiden. „Bei uns wiegt jeder Mann, und ich trauere um jeden kampfunfähig gewordenen Soldaten“, stand damals in einem seiner Feldpostbriefe. Er wollte durch starken Druck auf diese ganze vor ihm stehende Front und die Flanken des Feindes die Preisgabe der Stadt erzwingen, und es war gelungen, fast schneller, als man es gedacht. Am 7. Dezember ritt Mackensen in die Stadt ein und darüber hinaus. Sein Quartier hatte er damals in Lentschiza aufgeschlagen. Die russischen Zeitungen berichteten bereits zum drittenmal, daß er mit seinem Stabe gefangengenommen war – bei Sieradz, wo er niemals gewesen war. Er leitete unter Hindenburgs Oberbefehl seine Truppen zu neuen Siegen. Am 16. Dezember zeichnete sich bei dem allgemeinen Angriff der Armee besonders das XVII. Armeekorps aus. Am 17. Dezember trat der Feind auf der ganzen Linie von Wolborcz bis zur Mündung der Bzura in die Weichsel den Rückzug an und ward damit auf seine am weitesten vorgeschobene Außenstellung vor Warschau zurückgeworfen. Am gleichen Tage wurde Mackensen zum Generalobersten befördert. Der Kaiser teilte die Beförderung in folgendem Telegramm mit: „Voll Dank gegen Gott, der Ihnen und Ihren heldenhaften Truppen den herrlichen Sieg verlieh, bitte Ich Sie, Meinen wärmsten Glückwunsch dazu zu empfangen und Meinen und des Deutschen Vaterlandes Dank den herrlichen Truppen auszusprechen. Nun nicht mehr locker lassen, bis der Feind zusammenbricht. Ich ernenne Sie zum Generalobersten. Wilhelm I. R.“ Auch Kaiser Franz Joseph, der ihm schon vorher das Großkreuz des Leopold-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen hatte, begrüßte ihn folgendermaßen: „Mit aufrichtiger Freude vernehme Ich, daß Ihre hervorragenden Leistungen an der Spitze der von Ihnen siegreich geführten IX. Armee seitens Ihres Allerhöchsten Kriegsherrn, Meines treuen Freundes und Verbündeten, durch Ihre Beförderung zum Generalobersten neuerliche und wohlverdiente Anerkennung erfahren. Indem Ich Ihnen hierzu, lieber Generaloberst von Mackensen, aus ganzem Herzen meine wärmstempfundenen Glückwünsche ausdrücke, sende Ich Ihnen Meinen waffenbrüderlichen Gruß mit der zuversichtlichen Hoffnung zu, daß es Ihnen beschieden sein möge, auch fürderhin in ruhmvoller Betätigung den bereits errungenen unvergänglichen Lorbeeren stets noch weitere hinzuzufügen.“

Einmal mehr ist der Jahrestag der Schlacht von Leuthen gekommen und muß gebührend gefeiert werden. Dieser Sieg Friedrichs des Großen über die Österreicher im Siebenjährigen Krieg lädt geradezu zu einem Friedrich der Große Filmabend ein und so steure ich mit „Fridericus – Der alte Fritz“ einen weiteren der alten Filmschinken bei: https://www.youtube.com/watch?v=vDwq0v4720s Es standen sich 1757 bei Leuthen 80,000 Österreicher und 33,000 Preußen gegenüber. Kühn schritt Friedrich der Große zum Angriff und da er mit seiner schiefen Schlachtordnung die Schwachstelle der Österreicher traf, wurde deren Heer regelrecht vernichtet und aus Schlesien wieder vertrieben. Die Österreicher verloren durch die Schlacht und ihre Folgen 41,000 Mann, 131 Kanonen und 51 Feldzeichen, dem ein Verlust von 2600 Mann auf preußischer Seite gegenüberstand. Eine umfangreiche Darstellung der berühmten Schlacht finden wir bei unserem Geschichtsschreiber Theodor Rehtwisch in seinem Buch „Leuthen – Blätter der Erinnerung an den großen König und das Jahr 1757“ und darin plant Friedrich der Große nun seinen Angriff: https://archive.org/details/bub_gb_k48wAAAAYAAJ

„Bei der Beobachtung der österreichischen Schlachtstellung vom Schönberge aus zeigte sich das Genie des Königs wieder in seiner ganzen Größe. Sein sicherer Blick fand sehr bald die Stelle heraus, wo dieser österreichische Doppeladler sterblich war. Gerade die Stelle, die dem Auge eines in den Anschauungen seiner Zeit befangenen Feldherren als die stärkste und unüberwindlichste erschienen wäre, erkannte König Friedrich als die schwächste, – das war der Haken Nadasdys bei bei Sagschütz. Dieser mit Kanonen, Verhauen und Grenadieren gespickte Kiefernberg war sozusagen die eiserne Pforte der kaiserlichen Schlachtstellung. Wohlan, mochten die schweren Geschütze von Glogaus Wällen, die zwölf Brummer, mochten die granitenen altpreußischen Bataillone der Sturmkolonne ihr ein „Sesam tue dich auf!“ entgegendonnern. Man mußte, wie Friedrich sich später ausdrückte, „mit der härtesten Operation anfangen und die erste Hitze der Soldaten auf diesen schwierigen Punkt konzentrieren, dann würde der Rest der Arbeit leicht sein.“ In der Tat konnte er, da er kaum die Hälfte Truppen gegen die österreichische Übermacht einzusetzen hatte, an eine Sprengung des eigentlichen Zentrums nicht denken. Er hätte erwarten müssen, daß selbst bei einem glücklichen Anfang des Kampfes die beiden Flügel der österreichischen Macht über ihn zusammengeklappt wären und ihn erdrückt hätten. Vor dem rechten, an Nippern gelehnten Flügel der feindlichen Stellung aber zogen sich die Sümpfe des Briegswassers hin. Fr die Kavallerie war da überhaupt nichts zu machen, und die Kavallerie war in jenen Tagen nur zu oft die ausschlaggebende, den Erfolg herbeiführende Waffe. So mußte denn der Stoß vom Süden, von Sagschütz her, erfolgen, von hier aus mußte die Linie der kaiserlichen Truppen aufgerollt werden, und es mag in dem königlichen Feldherrn die Hoffnung gelebt haben, den Feind von seiner Rückzugsstraße abzudrängen, ihn gegen die Oder zu treiben und so gänzlich zu vernichten. Diesem Entschluß entsprechend gab Friedrich nun dem Prinzen Moritz von Dessau, der als Erster unter dem König kommandierte, seine Befehle. Er selbst aber nahm sich vor, in eigener Person, soweit es nur anging, die Ausführung der Details zu überwachsen, damit Fehler, wie sie bei Kolin passiert waren, hier nicht wieder vorkämen. Denn im Grunde war dieser Schlachtplan von Leuten eine verbesserte Auflage desjenigen von Kolin. Auch hier war König Friedrich genötigt, vor der feindlichen Front entlang zu ziehen und ihr eine Zeitlang seine Flanke zu bieten, auch hier ging er einer großen Übermacht entgegen, einer noch größeren als bei bei Kolin, auch hier war er entschlossen, in jener schiefen Schlachtordnung zu schlagen, die leider bei Kolin durch das Mißverständnis des Prinzen Moritz und das voreilige Eingreifen des Generals von Manstein zerstört worden war. Diese berühmte schiefe Schlachtordnung bestand darin, daß die Bataillone staffelförmig schräg hintereinander aufmarschierten und in gewissem Abstand, mit nach einer Seite überragenden Flügel, hintereinander zu stehen kamen, so daß während der eine Flügel angriff, der andere, jeden Angriff versagend, eine Reserve für die vorderen Angreifenden bildete. Diese zurückstehenden Staffeln waren aber zugleich in der Lage, wenn es nötig war, schnell zur Linie einzuschwenken und feindliche Angriffe abzuweisen. Epaminondas siegte in solcher Schlachtordnung bei Leuktra und Mantineia. Auch die Schlacht von Gravelotte am 18. August 1870 mit ihrer gewaltigen Rechtsschwenkung der deutschen Armee ist ein Beispiel des Staffelangriffs im allergrößten Stil. „Es kann“, so setzt König Friedrich die Vorteile dieses Angriffes auseinander, „eine geringe Anzahl Truppen sich mit einem superieuren Korps messen. Es attackiert ein Teil der Armee den Feind von einer entscheidenden Seite. Wird der Angriff abgeschlagen, so ist nur ein Teil der Armee geschlagen worden, die übrigen drei Viertel, die noch frisch sind, dienen, dazu, den Rückzug zu sichern.“ Allerdings gehörte zur präzisen Ausführung eines solches Angriffs und dem vorbereitenden Aufmarsch jene außergewöhnliche Manöverierkunst, wie sie den Preußen der damaligen Schule in hohem Maße eigen war, und es gehörte ein Feldherr dazu, der den staffelförmigen Hebel an der richtigen Stelle einzusetzen wußte. Beide Faktoren waren hier vorhanden.“

Der Geburtstag von unserem Feldmarschall Fedor von Bock wird heute gefeiert. Im Jahre 1880 erblickte unser Panzergeburtstagskind in Küstrin das Licht der Welt und diente ab 1898 im deutschen Heer. Im Vierjährigen Krieg wurde er zum Major befördert und erhielt den Blauen Verdienstorden Friedrichs des Großen, den Hausorden der Hohenzollern und das Eiserne Kreuz. Seine bedeutendsten Kämpfe waren die Schlacht von Gorlice-Tarnow und das Unternehmen Michael. Im Sechsjährigen Krieg führte er 1939 unsere Heeresgruppe Nord in Polen, wobei wohl die Schlacht auf der Tucheler Heide am Bedeutendsten ist. Im Westfeldzug befehligte er 1940 unsere Heeresgruppe B. In Rußland errang er 1941 mit unserer Heeresgruppe Mitte die Siege von Bialystok, Smolensk und Wjasma und Brjansk. Es folgte 1942 die zweite Schlacht von Charkow. Über diese hat auch unsere Wochenschau berichtet: https://www.youtube.com/watch?v=haNp0g-Jr1U Den glücklichen Ausgang dieser Kesselschlacht lesen wir dazu im Schlachtbericht unseres Obersts Seile: https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=asm-004:1955:121::1186

Die Absicht der Armeegruppe Kleist war, das III. Panzerkorps unter Abschirmung nach Osten in nordwestlicher Richtung mit Schwerpunkt auf Shebelinka angreifen zu lassen, um die Verbindung mit den aus dem Brückenkopf Andrejewka angesetzten Kräften der VI. Armee herzustellen. Das XI. Armeekorps sollte die Verfolgung des nach Norden auf Jefremovka weichenden Feindes aufnehmen. Die Korpsgruppe Breith war am 23. 5. um 2.30 Uhr im ersten Morgendämmern zum Angriff angetreten und stellte gegen 10 Uhr die Verbindung mit den Spitzen der XVI. Panzerdivision des III. Panzerkorps und einige Stunden später mit dem Nordflügel der XIV. Panzerdivision her. Der wenn auch noch nicht durchgehende Ring um die im ehemaligen Isjumbogen stehenden feindlichen Verbände war damit geschlossen und den Russen der Rückzug über den Donez, wenn ihnen ein Durchbruch nicht gelang, gesperrt. Daraufhin erhielt VIII. Armeekorps den Auftrag, im Zusammenwirken mit III. Panzerdivision in südwestlicher Richtung auf Alexejevka anzugreifen und die bei Taranovka stehenden russischen Kräfte nach Süden zu werfen. Als Luftaufklärung ergab, daß der Feind stärkere Verbände von Osten gegen den Raum Balakleja vorführte, wurden Panzerabwehrkräfte – darunter die Heeresflak-Abteilungen CCLXXXVII und CCLXXXVIII – zusammengezogen und bei Tschugujev mehrere 8.8cm-Batterien durch die IX. Flakdivision bereitgestellt. Der Westflügel des VIII. Armeekorps erreichte im Laufe des 23. 5. die Linie Jefremovka – Melechova. Teile der CXIII. Division durchstießen die feindliche Abwehr und gewannen das Südufer der Berestowaja. Da die Armeegruppe Kleist für den 24. 5. mit starken Durchbruchsversuchen bei Losovenka und Angriffen von Ssavinzy her rechnete, erhielt die Korpsgruppe Breith den Befehl, von Shebelinka aus das Höhengelände westlich davon zu gewinnen und sich dort so bereitzustellen, daß ihr sowohl ein Eindrehen auf Alexejevka als auch nach Süden auf Michalovka zur Unterstützung des III. Panzerkorps möglich war. Am 24. Mai begann erwartungsgemäß um die Mittagszeit der Angriff der bei Losovenka eingeschlossenen Feindverbände zum Durchbruch nach Osten. Gemäß der am Vortage der Korpsgruppe Breith vorsorglich gegebenen Weisung drehte diese unter Abschirmung ihrer Westflanke von Shebelinka nach Süden ein und stieß zusammen mit XVI. Panzerdivision in die Nordflanke der russischen Durchbruchskräfte. Der Süd- und Westflügel des VIII. Armeekorps (LXII. und CCCV. Infanteriedivision) gewannen weiter Raum auf den Oberlauf des Orjel und auf Tarankovka. An der Front nordostwärts Charkow blieben starke russische Angriffe mit Panzerunterstützung gegen den Abschnitt des XVIII. Armeekorps erfolglos, nur bei Wesseloje gelang ein feindlicher Einbruch. Starke Regenfälle behinderten am folgenden Tage infolge der Verschlammung der Wege die Bewegungen. Auf dem Westflügel leistete der Feind wie am Vortage nur zusammenhanglosen Widerstand, die Gegend westlich Michalovka wurde erreicht. Die Korpsgruppe Breith wurde in heftige Kämpfe mit starkem Feind verwickelt. Bei III. Panzerkorps gelang den Russen der Durchbruch in Gegend Petrovskaja. Zur Bekämpfung dieses Feindes wurde dem III. Panzerkorps eine aus Teilen der III. und XXIII. Panzerdivision bestehende Kampfgruppe (Westhoven) zugeführt und unterstellt. – Die um Bereich des XVII. Armeekorps eingesetzte CCXCIV. Infanteriedivision hatte durch die Abwehrkämpfe so schwere Verluste erlitten, daß sie für Angriffsaufgaben nicht mehr verwendbar war. Wenn sich auch am 26. Mai bei Losovenka die Gefahr eines weiteren Durchbruches abzeichnete, die schließlich mit laufenden Sturzkampfangriffen gebannt werden konnte, so begannen innerhalb der ganzen Einschließungsfront Auflösungserscheinungen beim Feinde. Das VIII. Armeekorps meldete den Abschluß der Kämpfe bei Michalovka mit 29,000 Gefangenen, für deren Abtransport die 108. ungarische Division bereitgestellt worden war. Der bei Alexejewka entstandene Kessel konnte weiter verengt werden. Die Korpsgruppe Breith stieß gegen zähesten Widerstand bis westlich Losovenka vor und vereitelte alle Durchbruchsversuche. Am 27. Mai geriet die im Verbände des III. Panzerkorps mit Front nach Osten kämpfende XIV. Panzerdivision in Bedrängnis. Zu ihrer Unterstützung wurde die Kampfgruppe Westhofen in Richtung auf Gussarovka abgedreht und die ganze Korpsgruppe Breith, die inzwischen den Bereka-Abschnitt bei Losovskij erreicht hatte, herausgelöst mit dem Auftrage, sich bis 28. 5. früh nordostwärts Losovenka zu versammeln, um gegebenenfalls nach Osten angreifen zu können. Vorsorglich wurde außerdem die CXIII. Infanteriedivision zur Verwendung bei der XIV. Panzerdivision auf Losovenka vorgeführt. Indessen kam es nicht mehr zum Einsatz dieser Kräfte, da die russische Widerstandskraft noch am gleichen Tage zusammenbrach. Die letzten Verbände wurden im Bereka-Grund vernichtet. Die Maischlacht von Charkow war zu Ende. Allein in die Hände der VI. Armee fielen 76,500 Gefangene, 730 außer Gefecht gesetzte Panzer, über 1000 Geschütze, 400 Granatwerfer, 2500 Kraftfahrzeuge und 2000 Pferde. Die blutigen Verluste der Russen waren grauenvoll. Die Heeresgruppe Timoschenko hatte in ihrer Masse aufgehört zu bestehen.“